Die Alpenländische Veredelungs-Industrie GmbH (AVI) hat sich auf die Herstellung von Betonbewehrungsprodukten spezialisiert und liefert
diese direkt an ihre Kunden – darunter zum Beispiel Durchstanzelemente, die den Durchstanzwiderstand von Stahlbetonplatten erhöhen
Mithilfe der Softwarelösung von S2data aus Graz hat die AVI, Raaba-Grambach/Österreich, Herstellerin von Betonbewehrungsprodukten, ihre Transportplanung komplett digitalisiert und automatisiert. Das entlastet die Mitarbeiter und speichert zugleich das wertvolle Praxiswissen erfahrener Fachkräfte in einer zentralen Plattform. Dadurch wird dieses Wissen für alle zugänglich, was die Zusammenarbeit effizienter macht und personelle Abhängigkeiten reduziert. Gleichzeitig werden aufgrund verschlankter Prozesse und optimierter Lkw-Auslastung Planungszeit und Transportkosten gespart.
Bereits in der dritten Generation stellt die Alpenländische Veredelungs-Industrie GmbH (AVI), all das her, was für die Bewehrung von Beton mit Stahl benötigt wird – von klassischen Abstandshaltern über Gitterträger bis hin zu Querkraft- und Durchstanzelementen für Stahlbetonplatten. Die Produkte des Familienunternehmens finden auf zahlreichen Baustellen in Europa Verwendung und werden direkt an betonverarbeitende Betriebe, Bauunternehmen und Betonstahl-Biegebetriebe geliefert.

Bisher mussten die AVI-Mitarbeiter händisch planen, wie die Bestellungen auf die Lkw passen – ein aufwendiger Prozess mit zahlreichen Korrekturschleifen
Laderaumberechnung aus dem Kopf
Bisher planten die zuständigen AVI-Mitarbeiter im Verkaufsinnendienst diese Lieferungen manuell auf Basis von Erfahrungswerten: Bei jeder eingehenden Bestellung schätzten sie – mit einer ungefähren Kenntnis über Lademeter und -gewicht – ab, wie die Teile in die verfügbaren Lkw passen. Weder die räumliche Verteilung der Ware noch die optimale Nutzung des Laderaums ließen sich in diesem frühen Stadium genau berücksichtigen. Variierende Größen, Formen und Gewichte der Produkte sowie die schwankende Nachfrage erschwerten die Planung zusätzlich.
Erst bei der nachgelagerten, tatsächlichen Kommissionierung durch den Staplerfahrer stellte sich dann heraus, ob der Lkw wirklich wie geplant beladen werden konnte. Klaus Hreniuk, Geschäftsführer von AVI, berichtet: „Einer unserer langjährigen Mitarbeiter ist unternehmensweit bekannt: Aufgrund seiner Fähigkeiten, die Ware im Kopf zu kommissionieren, nennen wir ihn intern gerne den Tetrismeister.“
Doch auch die umfassende Kenntnis konnte die Ineffizienz der manuellen Abläufe nicht ausgleichen: Das grundlegende Problem bestand darin, dass durch eine fehlende Visualisierung entweder zu wenig Ware eingeplant wurde – und somit Laderaum ungenutzt blieb – oder Kapazitäten überschritten wurden. In beiden Fällen war eine Nachbearbeitung nötig – inklusive Kundenkontakt und Bestelländerung. Meist wurden Bestellmengen angepasst, um den Lkw voll auszulasten. Anschließend begann die Kommissionierung am Verladepunkt erneut. Die manuelle Planung führte nicht nur zu Verzögerungen und Fehleranfälligkeit, sondern auch zu mehrfacher Bearbeitung derselben Bestellung und erhöhtem Kommunikationsaufwand mit dem Kunden.

Mithilfe der Software von S2data findet die Transport- und Laderaumplanung nun komplett automatisiert statt. Das ermöglicht auch eine optimale Auslastung der Fahrzeuge
Leicht zu bedienendes System statt Einzelwissen
Hinzu kam das Risiko des Inselwissens. Zwar verfügten langjährige Mitarbeiter über umfassendes Expertenwissen in Bezug auf Transportplanung, doch dieses Wissen war nur in wenigen Köpfen verankert. Mit der Zeit wuchs so die Gefahr, dass dieses wertvolle Praxis-Know-how verloren gehen würde. „Solch umfassende Erfahrungen wird man zwar nicht komplett ersetzen können – trotzdem wollten wir Informationen sichern und bündeln, um unserem Personal die Arbeit zu erleichtern“, erklärt Hreniuk.
In erster Linie mit Blick auf neue Mitarbeiter stellte sich die strategische Frage, wie die Transportplanung zukünftig aussehen könnte. Um sicherzustellen, dass Transporte möglichst kostengünstig bleiben, die Lkw auch in Zukunft optimal ausgelastet werden und gleichzeitig die Gewichts- und Achslastbeschränkungen eingehalten werden, benötigte man Unterstützung in der Transportplanung – und fand diese bei S2data.
Das österreichische Start-up hat eine umfassende Softwarelösung für die holistische Optimierung der Supply Chain entwickelt: Mithilfe künstlicher Intelligenz verarbeitet die Software zeitgleich Informationen aus Produktion, Lager, Materialbedarf und Logistik. Auf Basis der Daten berechnet die Plattform mithilfe von eigens entwickelten Algorithmen die optimale Auslastung des Laderaums und wählt die effizienteste Route sowie den passenden Frachttarif. Die cloudbasierte Infrastruktur der Plattform sorgt dabei für eine skalierbare Rechenleistung, sodass das System problemlos große Datenmengen und komplexe Berechnungen verarbeiten kann.
Automatisierte Planung mithilfe intelligenter Algorithmen
Bei AVI kommt die Plattform primär zum Einsatz, um die Verladeplanung für den Transport zu digitalisieren und zu automatisieren. Die vom Start-up entwickelten Algorithmen berücksichtigen die unterschiedlichen Produktabmessungen und Bündelungsspezifikationen bei der Berechnung des Laderaums und sorgen so für eine optimale Auslastung. Das manuelle Ausrechnen und Planen gehört für die AVI-Mitarbeiter damit der Vergangenheit an. „Eingehende Bestellungen müssen in die Software eingegeben werden – die Laderaumplanung geschieht komplett automatisch, schnell und effizient“, erklärt Hreniuk. Die Fahrzeugauslastung habe sich dadurch verbessert. „Im Vergleich zu früher nutzen wir den Laderaum effizienter, vermeiden zusätzliche Fahrten und senken so unseren Kraftstoffverbrauch sowie unsere Betriebskosten.“ Aufgrund der automatischen Berücksichtigung aller relevanten Informationen stellt die Software außerdem sicher, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.

Vor allem die integrierte 3D-Visualisierung vereinfacht die Erstellung von Ladeplänen
Visuelle Darstellungen als Entscheidungshilfe
Das benutzerfreundliche Dashboard der Software ermöglicht Transportplanern und Verkäufern, 3D-Ladepläne zu erstellen und beladene Lkw visuell darzustellen, um ihnen in der Entscheidungsfindung zu helfen. Dadurch wird die Planung nachvollziehbarer und transparenter – die Abstimmung zwischen Verkaufsinnendienst und Kommissionierung entfällt, ebenso wie die mehrfache Bearbeitung einer einzigen Bestellung. In Kombination mit der manuellen Eingriffsmöglichkeit durch die Planer lassen sich die Transportpläne zudem schnell anpassen. Hreniuk: „Mit der Einführung der S2data Platform konnten alle Planungsprozesse spürbar beschleunigt und die Arbeitsabläufe zugleich flexibler und effizienter gestaltet werden.“ Zudem laste die Verantwortung nun nicht mehr auf wenigen Schultern: „Durch den Einsatz der Plattform haben wir nun die Möglichkeit, unser Wissen zu konservieren und so einen Wissenstransfer für neue Mitarbeiter herzustellen.“
Schnelle Implementierung durch effiziente Zusammenarbeit
Um sicherzustellen, dass die Software zügig einsatzbereit ist, verschaffte sich das S2data-Team zuvor einen umfassenden Einblick bei AVI. Dabei wurden die Anforderungen präzise identifiziert, sodass sich die Software anschließend problemlos implementieren ließ. Hierfür wurden die Produkte der AVI durch das S2data-Team im Detail, unter anderem nach Größe, Gewicht oder Stapelbarkeit, spezifiziert. „Weil die Software schnell einsatzbereit war, konnten wir früh damit anfangen, die digitalen Prozesse in unsere Abläufe zu integrieren“, so Hreniuk. Der offene Austausch mit dem Softwareanbieter habe maßgeblich dazu beigetragen, die Plattform innerhalb von circa fünf Monaten zu implementieren.
Die enge Kooperation der beiden Unternehmen bleibt in Zukunft bestehen: Bei Bedarf lassen sich neue Produkte in die Software integrieren, um jederzeit das aktuelle Produktportfolio von AVI abzudecken.
Text/Fotos: S2data/AVI, S2data






