Der chinesische Maschinenbaukonzern XCMG erweitert seine europäischen Aktivitäten um Flurförderzeuge und Hafentechnik. Seit Mitte 2025 vertreibt das Unternehmen vollelektrische Geräte über ein wachsendes Händlernetz.
Der 1943 in Xuzhou gegründete Konzern XCMG beschäftigt weltweit mehr als 28.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Jahresumsatz von rund 13 Milliarden Euro. Das Portfolio umfasst Baumaschinen, Nutzfahrzeuge, Krane sowie Flurförderzeuge und Hafenumschlagsmaschinen.
XCMG begann den Aufbau in Europa bereits 2011 mit der Übernahme der Hydraulikkomponenten-Hersteller Amca und Fluitronics. 2022 kam der Betonmischer- und Pumpenhersteller Schwing-Stetter dazu. In Krefeld entstand ein Forschungszentrum, das zusammen mit weiteren Standorten in den USA und Brasilien die strategische Marktausrichtung unterstützt.
Strategischer Ansatz für Hochtechnologie-Märkte
„Mit diesem Ansatz verfolgen wir eine konsequente Ausrichtung auf die jeweiligen Märkte“, erklärt Florian Weiler, Vertriebsleiter Forklift & Port Machinery. Auf der TOC 2025 in Rotterdam präsentierte XCMG einen Elektro-Reachstacker und eine E-Terminalzugmaschine, die beim niederländischen Händler zur Erprobung bereitstehen.
Das Unternehmen startet mit Händlervertrieb und bietet Demos, Mietgeräte, Finanzierung sowie Wartungsverträge an. Das Händlernetz wächst kontinuierlich und ist bei der Hafentechnik von zentraler Bedeutung, da die Anforderungen an Leistung, Service und Verfügbarkeit in diesem Segment besonders hoch sind.

Endkontrolle von XCMG-Vierrad-Elektro-Staplern auf dem Rollenprüfstand
Komplettes Portfolio für Hafenumschlag
Das XCMG-Angebot für Hafentechnik umfasst Vollcontainer-Reachstacker, Leercontainerstapler sowie elektrische Terminal- und RoRo-Zugmaschinen. Die Fertigung findet in einer vor drei Jahren eröffneten Fabrik statt. Dort arbeiten 1.000 Mitarbeiter auf einer Fläche von 400.000 Quadratmetern. Die Jahreskapazität beläuft sich auf 30.000 Einheiten.
„Seit Mitte 2025 geht der Bereich Flurförderzeuge und Hafentechnik an den Start“, so Marketingleiter Dr. Dirk Sträter. Die Produkte seien marktreif und auf die Anforderungen des technologisch führenden europäischen Markts ausgerichtet. Mit dem europäischen Hauptsitz in Krefeld und einem Lager- und Predelivery-Center in Oberhausen sei das Unternehmen gut für den Markteintritt aufgestellt.
Fokus auf Elektroantriebe
Das europäische Flurförderzeug-Programm reicht von E-Staplern mit 1,5 bis 16 Tonnen Traglast über Hoch- und Niederhubwagen bis zu elektrischen Vollcontainer-Reachstackern mit 45 Tonnen. Hinzu kommen Leercontainerstapler für bis zu acht Container sowie E- und Diesel-Terminalzugmaschinen von 70 bis 150 Tonnen Zugkraft.
Die Frontstapler der KP-Serie decken den Traglastbereich von einer bis zehn Tonnen ab. E-Stapler bis fünf Tonnen bieten 500 Millimeter Lastschwerpunktabstand, größere Modelle 600 Millimeter. Schubmaststapler und erste Großgeräte mit 25 Tonnen Traglast sind bereits CE-zertifiziert. Seitlicher Batteriewechsel, Schutzklasse IP65 sowie Motoren und Elektronik führender Hersteller gehören zur Standardausstattung.
Positive Marktresonanz
Bereits heute laufen mehrere Lithium-Ionen-Gabelstapler in Europa bei Mietpartnern und Endkunden. Die Fahrer schätzen besonders die einfache Bedienung, kurze Ladezeit und hohe Arbeitsgeschwindigkeit. Dieses positive Feedback bestärkt das Unternehmen im Ausbau des Geschäfts, so Weiler. Der aktuelle Fokus liegt auf Benelux, D-A-CH, Italien, Großbritannien, der Türkei und Frankreich.
Text/Fotos: XCMG






