Westfleisch setzt beim digitalen Ladungsträgermanagement auf das Load-Carrier-Management-System von Loopario, Dortmund, vormals Logistikbude. Die Software kommt zunächst bei der Logistikgesellschaft Wetralog am Standort Coesfeld zum Einsatz. Das Projekt befindet sich in der Integrations- und Pilotierungsphase, der Go-live ist für Ende September vorgesehen.
Ziel ist ein durchgängiger digitaler Prozess, der manuelle Arbeitsschritte und Medienbrüche reduziert sowie die Transparenz, Qualität und Steuerbarkeit der Abläufe verbessert. Christian Neekamp, Geschäftsführer von Wetralog, erklärt, Waren-, Informations- und Ladungsträgerströme sollten stärker miteinander verknüpft werden. Dazu hätten die Projektpartner die bestehenden Abläufe analysiert und ein gemeinsames Zielbild entwickelt.
Mehrwegkreisläufe digital abbilden
Mehrwegbehälter spielen in der Fleischwirtschaft eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Verbands der Fleischwirtschaft sind in Deutschland rund 85 Millionen E2-Kisten im Einsatz. Europaweit liegt die Zahl bei etwa 260 Millionen E2-Kisten. Westfleisch nutzt neben E1- bis E3-Kisten auch Paletten und weitere Mehrweg-Ladungsträger.
Die Ladungsträger werden mit der Ware ausgegeben, bei Kunden oder Logistikpartnern entladen, zurückgeführt und kontrolliert. Bei direktem Kontakt mit der Ware werden sie zudem gereinigt. Bislang erfasste und verarbeitete Westfleisch die Informationen aus Liefer- und Rückführungsprozessen über verschiedene Systeme und Prozessschritte. Vor allem bei der Zusammenführung und Weiterverarbeitung der Daten waren die Abläufe bislang uneinheitlich.
Zentrales System vereinheitlicht Prozesse
Das Load-Carrier-Management-System erfasst die Bewegungen der Ladungsträger zentral, bildet Bestände ab und ordnet sie den jeweiligen Kunden- und Leergutkonten zu. Wetralog, Kunden und Logistikpartner können dadurch mit derselben Datenbasis und standardisierten Prozessen arbeiten.
Digitale Schnittstellen binden die Software an die bestehende Warenwirtschaft an. Manuelle Erfassungen und Abstimmungen entfallen dadurch. Die einheitliche Datenbasis soll zudem die Prozessqualität erhöhen. Bestände lassen sich dadurch vorausschauend und ressourcenschonend steuern, Abweichungen und Engpässe früher erkennen und bearbeiten.
Rollout hängt von Pilotzielen ab
Nach dem Go-live wollen Wetralog und Westfleisch Erfahrungen aus dem Betrieb sammeln und für weitere Ausbaustufen nutzen. Erreicht das Projekt die festgelegten Ziele, soll das System schrittweise auf weitere Standorte und Gesellschaften der Firmengruppe übertragen werden.
Philipp Hüning, Mitgründer und CEO von Loopario, sieht in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt in der Lebensmittellogistik. In dieser Branche träfen komplexe Mehrwegkreisläufe auf hohe Anforderungen an Hygiene, Geschwindigkeit und Transparenz. Laut Robert W. Friemel, Senior Manager Unternehmensentwicklung bei Westfleisch, schafft das System eine Grundlage, um Prozesse weiterzuentwickeln und den Ansatz später auf andere Geschäftsbereiche zu übertragen.
Foto: Freuen sich auf die nächsten Schritte (v.l.n.r.): Robert W. Friemel, Senior Manager Unternehmensentwicklung bei Westfleisch, Fabian Bahnsen, Head of Sales bei Loopario, und Christian Neekamp, Geschäftsführer von Wetralog, treiben die Digitalisierung des Ladungsträgermanagements gemeinsam voran
Text/Foto: Loopario






