Das Branchennetzwerk Clean Intralogistics Net (CIN) konnte anlässlich einer Veranstaltung im Werk Leipzig der BMW Group mehr als 100 Teilnehmer begrüßen. Auf der Agenda standen Innovationen im Bereich grüner Intralogistik.

„Die Entwicklungen in der Intralogistik sind beeindruckend, viele Innovationen der vergangenen Jahre sind im BMW Group Werk Leipzig bereits in der Anwendung. Jetzt gilt es, das Momentum, das Wasserstoff aktuell in der gesamtwirtschaftlichen Debatte erhält, für die Branche zu nutzen“, so Christoph v. Knobelsdorff, Geschäftsführer der bundeseigenen NOW GmbH, die das CIN-Netzwerk begleitet.
Bei der Werksführung konnten die Teilnehmer die 130 Flurförderzeuge mit Brennstoffzellen, die bei dem Automobilbauer im Werk Leipzig im Einsatz sind, live erleben. Darüber hinaus auch elf Fahrerlose Transportfahrzeuge, die per Wasserstoff betrieben werden. Ebenso wurde der Betankungsprozess der Flurförderzeuge mit Wasserstoff im Prozessablauf demonstriert sowie die kompakte Ausführung eines Wasserstoffdispensers im Werk vorgestellt.
Unter Werksleiterin Petra Peterhänsel verfolgt die BMW Group im Werk Leipzig einen ganzheitlichen Ansatz und denkt beim Einsatz von Brennstoffzellen über die Intralogistik hinaus: „Zukünftig werden wir Wasserstoff als Energieträger auch in anderen Anwendungsbereichen, zum Beispiel in der Prozesswärme in der Lackiererei, der Lkw-Transportlogistik und im Bereich der Energiezentrale einsetzen. Ein Meilenstein auf diesem Weg wird die angestrebte leitungsgebundene Versorgung des Werks mithilfe einer Wasserstoff-Pipeline sein.“ Derzeit werde der Wasserstoff per Lkw angeliefert.

Markt der Anbieter wächst
Das Netzwerk des CIN und somit auch der Anbietermarkt wachsen. Dies zeigte sich auf der Technologieschau mit Marktplatz – dem zweiten Schwerpunkt des Events. An zahlreichen Ständen fanden intensive Fachgespräche statt. Mit dabei zwei neue Partner im CIN: die Globe Fuel Cell Systems GmbH und FES Fahrzeug-Entwicklung Sachsen GmbH.
Ebenfalls positiv: Die Vielfalt der Brennstoffzellen-Systemanbieter nimmt weiter zu. Prominent am europäischen Markt sind nun neben Plug Power auch Globe Fuel Cell Systems, der Kion-Konzern mit seinen Marken Linde Material Handling und Still sowie FES.

Finanzielle Förderung weiter notwendig
„Die Intralogistik hat das Wasserstoff-Potenzial frühzeitig erkannt. Die Branche ist gut aufgestellt für den Hochlauf mit einer breiten Produktpalette. Dennoch: Um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventioneller Technologie zu verbessern, einen Anreiz für Investitionen in nachhaltige und innovative Logistik-Lösungen und den Durchbruch für diese grünen Antriebstechnologie zu schaffen, ist eine gezielte Förderung durch die Bundesregierung weiterhin nötig“, erklärte CIN-Sprecher Kai Hesse von Toyota Material Handling.
Im CIN sind aktuell 15 Unternehmen als Partner organisiert, um die Marktaktivierung und -entwicklung der Brennstoffzelle im Segment Intralogistik voranzutreiben. Die Partner bilden die ganze Wertschöpfungskette ab, von Flurförderzeug- und Brennstoffzellenherstellern über Zulieferer von Komponenten und Gase-Lieferanten bis hin zu den Anwendern der Technologie.

Text/Foto: CIN/Martin Klindtworth

 

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