Freudenberg Sealing Technologies hat an den Standorten in Weinheim und Hamburg Ende September gleichzeitig je ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Element Logic übernahm die Planung und Realisierung beider Projekte. Die Anlagen arbeiten mit identischen Automatisierungssystemen und harmonisieren die Intralogistikprozesse.
Mit der aktuell umfangreichsten Investitionsoffensive will Freudenberg Sealing Technologies die Kundenzufriedenheit und Effizienz steigern sowie das weitere Unternehmenswachstum sichern. Dazu hat die größte Geschäftsgruppe des Freudenberg-Konzerns die Intralogistik für Lagerung und Versand an den beiden Standorten der Produktmarken Dichtomatik in Hamburg und Corteco in Weinheim neu aufgestellt. Das Unternehmen beliefert die Automobilindustrie und die allgemeine Industrie mit hochleistungsfähigen Dichtungen und Materialien. Herzstück der beiden Logistikzentren ist je eine AutoStore-Anlage. Den Auftrag zur Planung und Erstellung der beiden Anlagen in einem parallelen Realisierungsprojekt erhielt die Element Logic GmbH, Bad Friedrichshall. Ende September dieses Jahres wurden beide Standorte zeitgleich offiziell eröffnet.
Logistikzentrum Produktmarke Corteco
Vom neuen europäischen Hauptsitz in Weinheim aus beliefert Corteco, Zulieferer für den Automobil-Ersatzteilmarkt, fünf europäische Regionalstandorte sowie Kunden. Zum Angebot gehören mehr als 26.000 Artikel in Erstausrüsterqualität. Weil das vorherige Logistikzentrum in Hirschberg an Kapazitätsgrenzen gestoßen war, investierte Freudenberg Sealing Technologies in Weinheim in ein neues Logistikzentrum.
Auf einer Logistikfläche von 14.165 Quadratmetern wurden hauptsächlich ein Value-Added-Service-Bereich eingerichtet und ein Palettenlager mit rund 10.000 Stellplätzen installiert. Ergänzt wird dies durch das von Element Logic realisierte Lager- und Bereitstellungssystem vom Typ AutoStore, das über eine Kapazität von 85.000 Behältern verfügt. Umgerechnet kann das Behälterlager die Inhalte von 10.000 Paletten aufnehmen. Die Behälter lagern auf 16 Ebenen übereinander. Aufgrund des platzsparenden Konzepts lässt sich gegenüber konkurrierenden Lagersystemen die benötigte Fläche um circa ein Drittel verringern.

Blick auf einen Teil der ConveyorPorts im Logistikzentrum Dichtomatik Hamburg
Vier ConveyorPorts übernehmen die Einlagerungsfunktion. Für künftige Erweiterungen des Systemdurchsatzes sind im Grid-Layout bereits sechs Frames als vorbereitete Einbauplätze für zusätzliche Ports reserviert. Im Zusammenspiel mit der Software SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) erhalten 28 energieeffiziente Systemroboter vom Typ Redline R5 die Auslagerungsbefehle.
„99 Prozent aller von uns vertriebenen Artikel lassen sich in dem Lager- und Bereitstellungssystem bevorraten“, erklärt Jan Mittelstädt, Corteco-Projektleiter. „Die Anlage lässt sich bei Bedarf im laufenden Betrieb beliebig erweitern.“
Die Roboter holen die Behälter aus der entsprechenden Ebene und übergeben sie an die Warenausgabe (Ports). An sieben CarouselPorts entnehmen die Mitarbeiter die gewünschte Menge und bereiten den Versand vor. Das Lagerverwaltungssystem erfasst die Restmenge im Behälter und die Roboter übernehmen die Einlagerung. Parallel werden mehr als 95 Prozent der vertriebenen Teile konfektioniert, zu Kits zusammengestellt und in der Anlage zwischengelagert.
„Die Kunden akzeptieren keine Teillieferungen von verschiedenen Standorten, sie wollen alles in einem Paket aus einer Hand“, erläutert Dr. Wolfgang Lohmann, Director Operations Europe bei Corteco. „Kostenvorteile durch eine Verlagerung der Konfektionierung an möglicherweise kostengünstigere Standorte würden durch zusätzliche Frachtkosten neutralisiert. Wir würden langsamer, hätten längere Vorlaufzeiten. Das ist vor allem im Ersatzteilmarkt ein Wettbewerbsnachteil und somit keine Option.“ Mit der erweiterten Nutzfläche und der AutoStore-Anlage im neuen Logistikzentrum ließ sich das zuvor aus Platz- und Kapazitätsgründen ausgelagerte Geschäft nun wieder integrieren.
Logistikzentrum Produktmarke Dichtomatik
Weitgehend identisch ist die Prozessabfolge im 8.800 Quadratmeter großen Neubau des Hamburger Logistikzentrums für die Produktmarke Dichtomatik. In der logistischen Drehscheibe für die europäischen Standorte lagern circa 25.000 Artikel zur Versorgung technischer Händler und Original Equipment Manufacturers (OEMs) in der allgemeinen Industrie. Die realisierte AutoStore-Anlage bietet Platz für 85.000 Behälter. 13 ConveyorPorts dienen den Ein- und Auslagerungen. Zusätzlich sind acht Frames als Einbauplätze für weitere Ports vorgesehen, um die zukünftige Skalierbarkeit zu sichern. Das Handling der Ladehilfsmittel übernehmen 22 Roboter vom Typ Redline R5 sowie zwei Transferzellen, die als interne Übergabepunkte fungieren, um die Fahrwege der Roboter zu optimieren und den Materialfluss zu beschleunigen.
Für beide Anlagen haben Freudenberg Sealing Technologies und Element Logic einen fünfjährigen Servicevertrag unterzeichnet. „Aufgrund seiner Dimensionen sowie der Zielvorgabe einer parallelen Realisierung und zeitgleichen Eröffnung der Anlagen war es ein anspruchsvolles Projekt“, resümiert Joachim Kieninger, Director Strategic Business Development bei Element Logic. „Mit der termingerechten Fertigstellung und Übergabe beider Anlagen sowie der erfolgreichen Startphase haben wir erneut bewiesen, dass wir für die Übernahme komplexer Projekte intelligente Lösungen bieten und der richtige Partner sind.“
Logistikzentrum Hamburg öffnet seine Türen
Programm: 13:30 – 14:15 Uhr: Vorstellung Element Logic und Freudenberg 14:15 – 15:45 Uhr: Besichtigung des Logistikzentrums 15:45 – 16:30 Uhr: Fragen und Ausblick bei Kaffee und Kuchen Veranstaltungsort: Freudenberg Logistikzentrum, Viktoriaring 25, 22143 Hamburg
Text/Fotos: Winfried Bauer / Element Logic






