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Integrated Customer Solution of the Year 2024

IFOY Gewinner: Safelog, Mobile Transportroboter in der Mercedes Factory 46

17.06.2024
von Redaktion F+H

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Der IFOY Award 2024 in der Kategorie „Integrated Customer Solution” geht an Safelog für den Einsatz in der Mercedes Factory 46. Die Jury wählte die Zukunftsvision des Mercedes-Benz-Produktionssystems, die in enger Zusammenarbeit zwischen Safelog und dem Autobauer entwickelt und umgesetzt wurde, zur besten Kundenlösung des Jahres.

Beim Umbau und der Modernisierung einer Montagehalle zur Produktion der Baureihen E- und GLC-Klasse am Standort Sindelfingen stand die Vernetzung und Transparenz aller intralogistischen Versorgungsprozesse sowie die dazu notwendige Datenerfassung- und -auswertung im Fokus. Dazu wurden gemeinsam neue technische Lösungen entwickelt und Standards umgesetzt. Bei Subsystemen wie dem Kommissionieren von Warenkörben sowie beim Transport an die zu versorgenden Montagebändern kommen Pick-by-light Anlagen und rund 350 AGVs von Safelog zum Einsatz. Insgesamt ging es um 15 Kilometer Strecke. Zudem beliefert Safelog den Autobauer mit seinem System in Europa und den USA komplett, was sich auf insgesamt 3500 AGVs summiert. Das Familienunternehmen Safelog mit rund 260 Mitarbeitenden ist nicht nur für seine Mobile-Robotik-Kompetenz bekannt, sondern auch für seine Philosophie „deutsche Geräte zum chinesischen Preis“.
Die für einen IFOY Award nominierte Lösung ist die Endstufe der jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und Safelog. Das Haupt-Asset ist, dass die AGVs als Schwarm miteinander kommunizieren. In der Factory 46, dort, wo die neue E-Klasse produziert wird, verantwortet Mercedes-Benz die Software, Safelog ist für die Hardware und die Projektimplementierung zuständig. Factory 46 steht bei Mercedes-Benz für die konsequente Weiterentwicklung von Digitalisierung und Transformation in der Automobilindustrie. Kritischer Faktor in der Automobilindustrie sind die Ausfall- und Taktzeiten. Wenn alle 90 Sekunden ein Fahrzeug abgeliefert werden muss, sind Perfektion und Standards gefragt. Zudem müssen die AGVs so fahren, dass alle im Werk Beschäftigten harmonisch mit den AGVs umgehen und keine Panik- oder Unsicherheitsreaktionen entstehen. Dazu ist die komplette Halle über statistische Mustererkennung mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) vernetzt. Über die Daten, die hier generiert werden, lassen sich Störungen in naher Zukunft − es geht hier um Minuten − vorhersagen.
Als digitaler Zwilling überwacht das von Mercedes-Benz entwickelte Echtzeit-Monitoring-System den Standort und den Zustand der AGVs sekundengenau. Es sammelt Daten und stellt die Informationen grafisch dar, der Shopfloor wird so digital und transparent. Bei Störungen wird ein Alarm auf ein Endgerät der Instandhaltung gesendet. Die IoT-Daten aus dem fahrerlosen Transportsystem AGV LIVE werden als Datenprodukte für domainübergreifende Datenanalysen bereitgestellt. So leisten sie einen Supply-Chain-Beitrag zum datengetriebenen Unternehmen.

IFOY Fazit: Der Einsatz der Safelog-AGVs bei Mercedes-Benz mag zwar nicht hochinnovativ sein, bietet aber einen erheblichen Kundennutzen in einem hochkomplexen Umfeld. Das beginnt beim günstigen Preis und der einfachen sowie robusten Umsetzung, reicht über das gemeinsam mit Mercedes entwickelte Software-Ökosystem bis hin zu einer Verfügbarkeit von 99,7 bis 99,9 Prozent. In der Praxis bedeutet das 40 Stunden weniger Bandstillstandszeiten. Die Kosten einer Stunde Bandstillstand werden in der Automobilindustrie auf ein bis 1,5 Millionen Euro beziffert. Die Tatsache, dass Mercedes die Software sowie die Leitsteuerung selbst entwickelt und betreut, ermöglicht es dem OEM, unabhängig von Lizenzen zu agieren und bei Fehlern, gewünschten Änderungen und Anpassungen maximal flexibel zu sein.

Text/Foto: Ifoy

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