14 Geräte und Lösungen von zwölf Unternehmen haben die Juroren aus dem Bewerberfeld für den diesjährigen Ifoy Award 2022 (International Intralogistics and Forklift Truck of the Year) zugelassen. Wir stellen Ihnen die Finalisten vor.

 

„Die Nominierten spiegeln wider, wohin die Reise der Intralogistik künftig geht: Neben Staplern und klassischer Lagertechnik spielen unter anderem automatisierte, ganzheitliche Lösungen, Software und autonome mobile Roboter für Hochleistungslager eine zentrale Rolle. Die Endrunde mit hochkarätigen internationalen Finalisten wird sehr spannend“, betont Anita Würmser, Vorsitzende der Ifoy Jury.
Eine der begehrten Trophäen gewinnen wollen die Intralogistikspezialisten Cargotec Engineering, Jungheinrich, Locus Robotics, Magment, Naise, Noyes Technologies, Robominds, Sick, SSI Schäfer, Still sowie Stow Robotics und Synaos.

Cargotec Engineering
Das Unternehmen Cargotec Engineering darf 2022 mit dem Moffett E5 25.4 NX ins Finale starten. Die Neuentwicklung ist die Ergänzung der vollelektrischen Mitnahmestapler-Reihe und Teil der zweiten Generation des weltweit laut Hersteller ersten vollelektrischen Mitnahmestaplers. Das Gerät ist auch mit 4-Wege-Lenkung (multidirektional) verfügbar. Sein Hauptvorteil passt in die Zeit: emissionsfreie Kundenbelieferungen.

Cargotec Engineering – Vollelektrischer Mitnahmestapler Moffett E5 25.4 NX

Jungheinrich
Zwei Finalplätze hat sich die Jungheinrich AG gesichert. In der Lagertechnik zieht das Unternehmen mit dem Elektro-Hochhubwagen ERD 220i in die Endrunde ein. Wegen des Lithium-Ionen-Batteriekonzepts sind die Abmessungen des Doppelstock-Geräts kompakt. Neben Funktionen, die den Arbeitsalltag erleichtern, bietet vor allem die feste Plattform hohen Seitenschutz von drei Seiten und viel Platz im Fahrerstand.
Grünes Licht gab die Jury ferner dem Fahrerlosen Transportfahrzeug EKS 215a. Das Fahrerlose Transportfahrzeug (FTF) mit einer Hubhöhe von bis zu sechs Metern ist das erste FTF des Herstellers, das für den automatisierten Einsatz in Logistik und Produktion entwickelt wurde. Das integrierte Sicherheitskonzept ermöglicht einen Einsatz in Bestandsumgebungen, in denen auch manueller Verkehr herrscht. Zu den weiteren Merkmalen gehört u. a. ein 24-V-Energiekonzept mit Automatikladefunktion.

Jungheinrich Fahrerloses Transportfahrzeug ERD 220i

Jungheinrich Elektro-Hochhubwagen EKS 215a

Locus Robotics
Der Hersteller Locus Robotics hat mit seiner Locus Robotics AMR Solution die Endrunde erreicht. Die Lösung besteht aus einer integrierten Plattform, die firmeneigene Optimierungsalgorithmen und betriebliche Leistungsdaten in Echtzeit nutzt, um Arbeitskräfte und AMRs zu koordinieren. Für die automatisierten Geräte bietet der Hersteller ein Robots-as-a-Service (RaaS)-Modell, das sich günstig auf den Return on Investment (ROI) auswirken soll.

Locus Robotics – Locus Robotics AMR Solution

Magment
Das Start-up Magment erreichte mit dynamic wireless charging for intralogistics vehicles das Finale. Das Unternehmen entwickelte eine kabellose Ladeinfrastruktur zur Elektrifizierung von Industrieböden für induktives Laden. Basierend auf einem patentierten magnetisierten Hallenboden in Kombination mit Wickel- und Gießtechnologien werden induktive Ladeplatten produziert, die verlustfreies Laden beim Fahren ermöglichen. Damit reduzieren sich die Ladepausen von Flurförderzeugen oder entfallen vollständig.

Magment – Kabellose Ladeinfrastruktur zur Elektrifizierung von Industrieböden dynamic wireless charging for intralogistics vehicles

Naise
Ebenfalls als Start-up nominiert wurde Naise, das mit der herstellerunabhängigen Verkehrs- und Auftragsmanagementsoftware Naise Traffic antritt. Elementar bei dieser Anwendung ist, dass durch das patentierte Lokalisierungsnetzwerk (Naise RTLS) der Mischbetrieb – alle Personen und Fahrzeuge im Lager – in die Verkehrssteuerung und -analyse einbezogen wird und damit die Voraussetzungen für einen effizienten und sicheren Materialfluss geschaffen werden.

Naise – Verkehrs- und Auftragsmanagementsoftware Naise Traffic

Noyes Technologies
Das dritte Start-up im Finale heißt Noyes Technologies. Mit Noyesstorage brachte das Unternehmen ein robotikbetriebenes, ultradichtes, automatisiertes und flexibles Nano-Logistiksystem für die urbane Logistik auf dem Markt. Ziel ist es, komplexe Probleme durch einfache Ansätze zu lösen: Dazu ist die Technologie auf das Notwendige reduziert, und es wird auf einen hohen Grad an Standardisierung und Modularisierung geachtet. Durch den modularen Aufbau lassen sich bereits Flächen ab zehn Quadratmetern für das System nutzen.

Noyes Technologies – Nano-Logistiksystem Noyesstorage

Robominds
Ebenfalls im Finale steht Robominds. Ins Rennen schickt das Unternehmen das KI-basierte Betriebssystem für intelligente Robotik namens robobrain.Neuros (Neural Robotic Operating System). Das Credo der Robotikspezialisten lautet: Parametrieren und konfigurieren statt programmieren. Das Grundprinzip: Auf dem industrialisierten Betriebssystem wird jede Funktion der Robotikkomponenten zur Applikation – zu beziehen über den Robominds Skill Store, individuell adaptierbar oder selbst zu entwickeln mithilfe des Robominds Skill SDK.

Robominds – KI-basiertes Betriebssystem für Robotik robobrain.Neuros

Sick
Den Sensorspezialist Sick hat die Jury mit Pacs (Pallet Classification System) nominiert, einem Palettenidentifikationssystem auf Basis von Deep Learning. Auslöser für die Entwicklung war die Herausforderung eines Kunden, dass Mitarbeiter im Wareneingang manuell ermitteln müssen, ob eintreffende Paletten einem Palettenpool angehören und entsprechend mit einem Pfand beaufschlagt werden. Mit der Lösung können Anwender auf Basis eines modularen Baukastens aus Hardware und Software diesen bis dato manuellen Prozess automatisieren.

Sick – Palettenidentifikationssystem auf Basis von Deep Learning Pacs (Pallet Classification System)

SSI Schäfer
Mit dem Ikea Project Flat Pack Picking schaffte es SSI Schäfer in die Endrunde. Mit Flat Pack Picking bietet der Hersteller eine automatisierte und schlüsselfertige Systemlösung aus einer Hand für die effiziente und volumenoptimierte Palettierung großer Artikel, die für den Möbelhandel typisch sind. Das Kommissioniermodul mit Portalrobotern ermöglicht ein effizientes Handling eines heterogenen Artikelspektrums und zeichnet sich durch eine hohe Skalierbarkeit aus.

SSI Schäfer – Ikea Project Flat Pack Picking

Still
In der gleichen Kategorie geht Still mit der Automatiklager-Erweiterung bei Hase Safety Workwear ins Rennen um eine Trophäe. Still erweiterte die Anlage auf 10.000 Palettenstellplätze. Zugleich wurden die bei dem Betreiber eingesetzte Flurförderzeuge des Herstellers durch automatisierte und leistungsfähigere Geräte mit Teleskopgabeln ersetzt. Optimierte Fahrkurse trugen ebenfalls zur Steigerung der Performance bei.
Der Hersteller bewarb sich zudem erfolgreich für die Kategorie Special of the Year mit DSR (Descend Speed Regulation). Dabei handelt es sich um ein dreistufiges Assistenzsystem für Anhänger und Schlepper, das dem Fahrer das sichere Abwärtsfahren erleichtert; vor allem mit schweren Anhängelasten. Das System reguliert (manuell oder automatisch) die Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf einen Wert, der vor gefährlichen Situationen schützen kann.

Still – Automatiklager-Erweiterung bei Hase Safety Workwear

Still – Fahrerassistenzsystem DSR (Descent Speed Regulation)

Stow Robotics
Mit e.scala steht das zur belgischen Stow Group gehörende Unternehmen Stow Robotics in der letzten Runde. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes, roboterbasiertes „Ware zum Mann“-Lager- und Kommissioniersystem für kleine und mittelgroße Anwendungen. Zum Einsatz kommt ein Roboter, der sich über Schienen sowie ein patentiertes Rampensystem dreidimensional im Lagerkubus bewegt. Klassische Bestandteile eines automatisierten Lagersystems sucht man vergebens. Laut Hersteller eine Realisierungszeit von drei Monaten.

Stow Robotics – Roboterbasiertes „Ware zum Mann“-Lager- und Kommissioniersystem für kleine und mittelgroße Anwendungen e.scala

Synaos
Auf das Finale freut sich zudem Synaos mit der Lösung Synaos IMS – Vehicle Localization. Damit kann die Position von manuell gesteuerten Flurförderzeugen visualisiert werden – u. a. per Sensorkit mit Kamera. Das Unternehmen nutzt dazu Computer-Vision-Technologie, um ein genaues und robustes Ortungssystem zu schaffen, das sich einfach installieren und skalieren lässt. Anstelle von UWB oder Lidar kommt die aus der Robotik bekannte Visual-Odometry-Technologie zum Einsatz.
Ihre Entscheidung in dem auch „Oscar der Intralogistik“ genannten Wettbewerb trifft die 26-köpfige Jury aus 20 Ländern nach den Ifoy Test Days vom 18. bis 23. März in der Messe Dortmund. Vergeben werden sollen die Trophäen am 30. Juni. Bis dahin bleibt das Ergebnis ein Geheimnis – sowohl für die Finalisten als auch für die Öffentlichkeit.

Synaos – Synaos IMS – Vehicle Localization

Test Camp Intralogistics für B2B-Gäste
Nicht nur die Juroren haben die Möglichkeit, die Finalisten vor Ort zu testen, sondern auch Intralogistikentscheider aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung. Unter dem Motto „Spot on Innovation and Business“ steht das Test Camp Intralogistics als 2G-Plus-Event mit den Finalisten, den Partnern und Herstellern für eine limitierte Zahl von B2B-Besuchern offen. Das Veranstaltungsformat auf einer Fläche von 9.800 m² wurde von zwei auf drei Tage erweitert, um den Teilnehmer mehr Zeit für Probefahrten und Gespräche mit Firmenvertretern zu bieten. Zwischen 21. und 23. März können Gäste nicht nur bei geführten Highlight-Touren dabei sein. Erstmals finden auch Diskussionsrunden zu den Themen Innovationsmanagement, Intralogistik 4.0 und VDA 5050 statt. In Vorbereitung ist beim VDMA auch eine Neuauflage des Live-Tests der Kommunikationsschnittstelle VDA 5050 im Rahmen des AGV Mesh-Up.

 

Text/Foto: Ifoy

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