Mit einer der größten autonomen Lagerinvestitionen Ungarns löst Gebrüder Weiss manuelle Logistikprozesse durch ein automatisches System ab. Realisiert wurde das Projekt am Standort Páty gemeinsam mit Jungheinrich.
Im neuen 32.000 m² großen Logistikzentrum von Gebrüder Weiss Ltd. in Páty hat das Unternehmen ein automatisches Schmalganglager in Betrieb genommen. Die Investition ist eine strategische Antwort auf steigende logistische Anforderungen sowie auf die angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Am Standort erbringt Gebrüder Weiss für einen Kunden umfassende Lager-, Umschlag-, Transport- und Distributionsdienstleistungen, die von der Rohwarenannahme über die Produktionsversorgung bis hin zur weltweiten Distribution reichen.
Im Lagersystem mit einer Kapazität von 28.000 Paletten übernehmen sechs Schmalgangstapler die Ein- und Auslagerung ohne manuelle Eingriffe. Laut Balázs Bencsics, Logistics Solutions Product Manager bei Gebrüder Weiss, wickeln die fahrerlosen Fahrzeuge sicher und effizient repetitive Transportaufgaben mit hohem Umschlagvolumen ab und seien exakt auf die Leistungsanforderungen des Systems abgestimmt.
Technische Eckdaten der Anlage
Bei den Fahrzeugen handelt es sich um mobile Roboter von Jungheinrich, konkret vom Typ EKX 516a, der für automatisierte Schmalganganwendungen und den Einsatz im Hochregallager entwickelt wurden. Die Paletten werden in Höhen von bis zu zehn Metern gelagert. András Zupán, Projektleiter bei Jungheinrich, erläutert, dass das System fünf unterschiedliche Palettenhöhen handhaben könne und bis zu 120 Paletten pro Stunde bewege. Die Fahrzeuge würden während einer Schicht geladen, sodass ein durchgängiger Zweischichtbetrieb ohne weiteres Zwischenladen möglich sei.
Manuelle und automatisierte Bereiche greifen eng ineinander. Staplerfahrer platzieren die Paletten auf Übergabestationen in der Lagervorzone, wo Kontursensoren die Abmessungen prüfen, bevor die Ware in das Automatiksystem überführt wird. Dieselben Übergabepunkte werden auch für die Auslagerung genutzt. Über Schnittstellen ist das System an die Warehouse-Management-Systeme von Jungheinrich und Gebrüder Weiss angebunden. Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger Informationsfluss.
Umsetzung im laufenden Betrieb
Jungheinrich baute das System in mehreren Phasen auf, parallel zum laufenden und kontinuierlich wachsenden Betrieb. Baubeginn war im März 2024, das automatisierte System wurde Bereich für Bereich aufgebaut und läuft seit Juli 2025 im Vollbetrieb. Anfangs vorhandene Bedenken in der Belegschaft wurden laut Bencsics durch transparente Kommunikation und gezielte Schulungen ausgeräumt. Wichtig sei die Botschaft gewesen, dass Automatisierung nicht Stellenabbau bedeute, sondern neue Perspektiven innerhalb der Organisation schaffe.
Bálint Varga, Managing Director von Gebrüder Weiss Ltd., betont, dass die Automatisierung zu deutlichen Ressourceneinsparungen geführt habe. Die Integration neuer und bestehender Systeme habe nicht nur die operative Effizienz gesteigert, sondern auch das fachliche Know-how im Unternehmen weiterentwickelt. Diese Entwicklung sei in allen Bereichen sichtbar, vom Standortmanagement über die Lagerteams bis hin zu IT- und Lean-Spezialisten.
Ausblick
Im Rahmen des laufenden Entwicklungsprogramms investiert der Logistikdienstleister weiter in den Standort Páty. Geplant sind die zusätzliche Automatisierung manueller Prozesse, vor allem in der Rohmaterialkommissionierung, sowie die weitere Optimierung innerbetrieblicher Palettentransporte.
Text/Foto: Jungheinrich






