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Studie zu humanoiden Robotern in der Logistik

Fraunhofer IML analysiert Potenzial humanoider Roboter

01.04.2026
von Redaktion F+H

Das Potenzial humanoider Roboter hat das Fraunhofer IML in einer aktuellen Studie speziell für die Logistikbranche untersucht. Die Ergebnisse zeigen einen fragmentierten Markt, aber auch langfristige Chancen durch flexible Automatisierung.

Die Anforderungen an Logistiksysteme steigen stetig: Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und komplexe globale Lieferketten erfordern höhere Effizienz, mehr Resilienz und größere Flexibilität. Wo herkömmliche Automatisierungslösungen an Grenzen stoßen, gelten humanoide Roboter als vielversprechende Ergänzung. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML aus Dortmund haben das Potenzial dieser Technologie in einer branchenspezifischen Studie analysiert, die Marktdaten, Expertenperspektiven und strategische Empfehlungen verbindet.
Die Marktanalyse identifizierte rund 80 unterschiedliche Systeme, die sich in Mobilität, Sensorik und Software unterscheiden. Der Markt ist stark fragmentiert und wird überwiegend von außereuropäischen Anbietern geprägt. Insgesamt stehe die humanoide Robotik noch am Anfang ihrer Entwicklung, biete jedoch langfristig erhebliches Transformationspotenzial, so die Studienautoren.

Branche sieht Chancen und bleibt realistisch
Die Logistikbranche begegnet humanoiden Robotern laut Studie mit großem Interesse, aber auch mit nüchterner Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstands. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten einen produktiven Einsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Dabei sollen humanoide Roboter nicht den Menschen ersetzen, sondern als flexible, generalistische Automatisierungseinheiten in bestehenden Arbeitsumgebungen dienen.
Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML, betont, dass humanoide Roboter als vielseitige Mehrzweckroboter zu verstehen seien, die in menschengerechten Umgebungen agieren könnten. Die Entwicklung der dafür notwendigen Fähigkeiten sei ein Ziel, das im Rahmen der Hightech-Agenda des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt verfolgt werden solle.

Empfehlungen und Ausblick
Die Forscher empfehlen Betreibern, Integratoren und Herstellern, Testfelder aufzubauen sowie offene Standards und Partnerschaften voranzutreiben. Gleichzeitig müsse Europa stärker in die Entwicklung autonomer Systeme investieren, um die eigene Technologiesouveränität zu stärken. Darüber hinaus raten die Autoren, Sicherheitsstandards für den Mensch-Roboter-Mischbetrieb zu entwickeln und die Digitalisierung logistischer Prozesse konsequent auszubauen.

Text/Foto: Fraunhofer IML

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