Das EuropeanEcoHub des Paketdienstleisters GLS Germany ist nicht nur Leuchtturm-Depot in puncto nachhaltige Logistik, sondern soll auch zum Hauptumschlagplatz für den Versand nach Westeuropa ausgebaut werden. Die Pläne wurden unlängst vorgestellt.

Im nächsten Jahr sollen die finalen Planungen abgeschlossen und alle Anträge gestellt sein. GLS rechnet mit Baubeginn im Jahr 2024 und Fertigstellung der erweiterten Gebäude bis zum Jahr 2025. Das Depot soll dann eine Umschlagskapazität von bis zu 200.000 Paketen pro Tag haben. Derzeit sind es 90.000 Pakete, die von Essen-Bergeborbeck ausgeliefert werden. Sichtbares Zeichen der Nachhaltigkeits-Ambitionen des Paketdienstleisters ist das circa 1.800 m² große Depot-Gründach. Ein Bild vom Fortschritt seit der Depot-Eröffnung im September 2020 hat sich vor kurzem Oberbürgermeister Thomas Kufen (r. im Bild) verschafft.

Autarke Stromversorgung – auch für die Stadt Essen
Nachhaltigkeit und autarke Versorgung stehen bei dem Standort in Essen im Vordergrund. Ziel des Logistikdienstleisters ist die komplette Energie-Autarkie vor Ort – unter anderem durch 880 Photovoltaikmodule und eine Regenwassernutzanlage ist diese bereits an 270 Tagen im Jahr gegeben. Der eigens erzeugte Strom wird in einem Batteriecontainer gespeichert, der bis zu 150 kW lagern kann. So ist der Betrieb zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter möglich. LED-Lampen und energieeffiziente Fördertechnik sorgen für einen geringen Stromverbrauch. Überschüssige Energie, die zum Beispiel an Wochenenden produziert wird, fließt direkt ins Essener Stromnetz.

Intelligentes Wasser-Management
Eine in das Gesamtkonzept des EcoHubs integrierte Regenwassernutzanlage schafft geschlossene Wasserkreisläufe und damit ein eigenes, gesteuertes Mikroklima. In einem Rückhaltebecken aufgefangenes Regenwasser wird für WC-Spülungen, die Bewässerung angrenzender Amphibien-Habitate und Grünanlagen sowie des begrünten Dachs genutzt. Bereits im Jahr 2020 ließe sich so 984.850 l Frischwasser einsparen, was rund 197.000 Toilettenspülungen entspricht. Auch die eingebaute Luft-Wasser-Wärmepumpe ergänzt die Bestrebungen nach Energie-Autarkie – sie ermöglicht ein intelligentes Raumklimamanagement und wärmt und kühlt das Gebäude emissionsfrei.
Bei seinem Besuch zeigte sich Kufen überzeugt von den Bestrebungen des Logistikers. „Seit der Standorteröffnung vor zwei Jahren hat sich hier viel getan. Als erster Wirtschaftsförderer meiner Heimatstadt begrüße ich die Investitionen in den Standort und in die Mitarbeiter des Unternehmens. Dass GLS bei der Planung und Umsetzung des Paketzentrums einen Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit gelegt hat, freut mich ganz besonders. Das Gelände in Bergeborbeck beweist damit Modell- und vor allem auch Vorbildcharakter.“
Als Leiter der Region West betreut Gero Liebig den GLS-Standort seit seiner frühen Planung und ist überzeugt vom eingeschlagenen Weg: „Mit dem EcoHub sind wir auf einem guten Weg in Richtung Zero Emission. Bis zum Jahr 2045 wollen wir unternehmensweit alle Treibhausgase so reduziert haben, dass wir auf eine Netto 0 Emission hinauslaufen. Wir weiten unsere Flotte an E-Fahrzeugen stetig aus und wollen die Essener Innenstadt zeitnah komplett emissionsfrei beliefern. Damit ebnen wir den Weg für die innerstädtische Logistik der Zukunft und setzen eigens auferlegte Goldstandards beim Bau neuer Standorte um.“
Die für das Jahr 2024 geplante zweite Bauphase erhöht nicht nur die Lieferkapazitäten, sondern schafft zudem auch bis zu 400 neue Arbeitsplätze.

Text/Foto: GLS Germany

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