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Digitale Containerfreigabe in Nordseehäfen

Dakosy und dbh schließen Großprojekt ab

19.05.2026
von Redaktion F+H

Innerhalb eines Jahres wurde die hafenübergreifende Digitalisierung der Containerfreistellung in den deutschen Nordseehäfen vollendet. Die Softwaredienstleister Dakosy und dbh haben den Prozess über die IT-Plattform German Ports etabliert.

Mit dem digitalen Freistellungsprozess wurde erstmalig hafenübergreifend ein einheitlicher Standard für die deutschen Nordseehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven flächendeckend in Betrieb genommen. Zu den Nutzern gehören die Containerterminals, Reedereien sowie die involvierten Speditionen und Transportunternehmen.

Lückenlose digitale Prozesskette ersetzt PIN-Verfahren

Der lückenlose digitale Freistellungsprozess löst das vormals genutzte PIN-basierte Verfahren vollständig ab. Die Basis bildet das digitale Recht zur Abholung, das in einem gesicherten Rollen- und Berechtigungsmanagement von einem Beteiligten an den nächsten innerhalb der Transportkette weitergegeben wird. In einem stufenweisen Change-Prozess über sechs Monate wurden alle beteiligten Unternehmen verpflichtend angebunden und der neue Ablauf als Standard etabliert. Bereits über 700.000 digitale Freistellungen in diesem Jahr über alle Häfen hinweg belegen den Erfolg der Einführung.

Rechtlicher Rahmen und Sicherheitsgewinn

Den verbindlichen rechtlichen Rahmen für den digitalen Containerfreigabeprozess bildet in Hamburg, Bremen und Niedersachsen (für Wilhelmshaven) eine Änderung des jeweiligen Hafensicherheitsgesetzes, die zum Oktober 2025 in Kraft trat. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit von Politik, Hafenwirtschaft und den beiden Softwarehäusern Dakosy und dbh entstand eine durchgängige digitale Prozesskette, die weit über die Verordnung hinausgeht und den Ablauf vom Eintreffen des Containers bis zu dessen Abholung in den deutschen Nordseehäfen umfasst.

Mit dem hafenübergreifend geltenden einheitlichen Standard wirken die Nordseehäfen dem Drogenschmuggel geschlossen entgegen und schließen durch den gezielten Einsatz der Digitalisierung ein Einfallstor für Missbrauch und Datenlecks. Jens Hansen, Chief Operating Officer der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), betont, dass mit den neuen standardisierten und klar definierten Prozessen die Sicherheit der Terminalabläufe und Mitarbeitenden erhöht werde. Davon profitierten nicht nur die Betreiber, sondern alle Partner entlang der Logistikkette.

Neben dem Kampf gegen den Drogenschmuggel hat der einheitliche digitale Standard in den Nordseehäfen die Transparenz und Effizienz im Containerumschlag spürbar erhöht. Die Rückmeldungen aus der Branche zeigen operative Vorteile des Services von German Ports. Dazu zählen eine schnellere Warenverfügbarkeit, transparentere Abläufe, höhere Planungssicherheit sowie weniger Rückfragen durch die verbesserte Datenqualität.

Text/Foto: Dakosy/HHLA

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