Eine eigene Windenergieanlage versorgt das Kunststoffspritzgießwerk der Craemer-Gruppe im Gewerbepark Aurea mit grünem Strom. Die 6,8-MW-Anlage ist Teil eines umfassenden Energiekonzepts mit Wind- und Solarenergie.
Die Craemer-Gruppe hat am Standort Oelde eine eigene Windenergieanlage offiziell eingeweiht. Das Windrad mit einer Nabenhöhe von 163 Metern und einer Gesamthöhe von rund 250 Metern steht im interkommunalen Gewerbepark Aurea an der A2 und versorgt das dort angesiedelte Kunststoffspritzgießwerk seit Anfang 2026 mit grünem Strom. Der Spatenstich fand im März 2025 statt, die Inbetriebnahme Ende 2025. Seit Anfang 2026 versorgt die Anlage das Spritzgießwerk im Regelbetrieb mit grünem Strom.
Die Anlage verfügt über eine Nennleistung von 6,8 MW und ist auf einen Jahresertrag von rund 14,5 Millionen Kilowattstunden ausgelegt. Damit lässt sich ein Großteil des Energiebedarfs des Spritzgießwerks decken, das jährlich etwa so viel Strom verbraucht wie rund 4.100 Haushalte. Zeitweise entstehende Überschüsse können ins öffentliche Netz eingespeist oder in der rund neun Kilometer entfernten Firmenzentrale in Herzebrock-Clarholz genutzt werden.
Planungssicherheit und Standortbekenntnis
Geschäftsführer Siegbert Geldner betonte bei der Einweihung, dass das Unternehmen mit der eigenen Windenergieanlage ein hohes Maß an Planungssicherheit gewinne und die Abhängigkeit von Strompreisschwankungen am Energiemarkt reduziere. Gleichzeitig unterstreiche Craemer damit den Anspruch, industrielle Produktion und nachhaltige Energieversorgung am Standort Deutschland miteinander zu verbinden. Rund 50 Gäste aus Politik und Wirtschaft nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Produktion.
Die Produktionshalle beherbergt aktuell fünf Spritzgießmaschinen mit Kapazitäten zwischen 3.200 und 5.500 Tonnen sowie drei Schweißanlagen zur Fertigung von Paletten und Palettenboxen aus Polyethylen. Darüber hinaus erzeugt ein Extruder hochwertiges Rezyklat aus ausgedienten Craemer-Kunststoffprodukten.
Energiekonzept mit Wind und Sonne
Die Windenergieanlage ist Teil eines umfassenden Energiekonzepts. Bereits seit Ende Mai 2025 liefert eine Photovoltaikanlage auf der Dachfläche der Produktionshalle zusätzlichen Strom. Die Anlage umfasst 2.380 Module mit jeweils 435 Wp und erzielt einen Jahresertrag von rund 800.000 Kilowattstunden. Eine weitere Photovoltaikanlage auf der Freifläche unterhalb des Windrads ist in Planung.
Durch die Kombination aus Wind- und Solarenergie schafft Craemer die Voraussetzungen, Kunststoffprodukte zunehmend mit selbst erzeugtem, regenerativem Strom herzustellen. Im Zusammenspiel mit der Eigenproduktion von hochwertigem Kunststoffregenerat aus Altprodukten am Standort Oelde stärkt das Familienunternehmen seinen Kurs in Richtung Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz.
Text/Foto: Craemer






