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90 Jahre Beumer Group: Tradition trifft Digitalisierung

Auf dem Weg zum „Partner of Choice“

20.11.2025
von Redaktion F+H

Am 9. Dezember 2025 feiert die Beumer Group ihr 90-jähriges Bestehen – und blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr ihrer Firmengeschichte zurück. Mit einem Auftragseingang von 1,39 Milliarden Euro (2024) und 5.700 Mitarbeitern weltweit zeigt das Familienunternehmen, wie sich Tradition und digitale Transformation vereinen lassen. Wir waren für Sie vor Ort und haben Einblicke in die strategischen Überlegungen erhalten.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2024 erwirtschaftete die Beumer Group mit einem Auftragseingang von 1,39 Milliarden Euro und einem Umsatz von 1,23 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,15 Milliarden Euro) das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Resultat einer langfristigen, unabhängigen Firmenpolitik.

Dr. Christoph Beumer: „Als Familienunternehmen denken wir in Generationen, nicht in Quartalen“

„Als Familienunternehmen denken wir in Generationen, nicht in Quartalen“, betont Dr. Christoph Beumer, Vorsitzender des Beirats der Beumer Group und Enkel des Firmengründers. „Diese Haltung prägt unser Handeln und unseren Anspruch, auch in Zukunft Vorreiter der Branche zu sein.“

Was braucht es, um als global aufgestellter Anbieter auch in herausfordernden Zeiten erfolgreich zu sein? Für die Beumer Group liegt die Antwort in einer werteorientierten Strategie. Anstatt auf kurzfristige Gewinnmaximierung zu setzen, verfolgt der Intralogistikspezialist einen nachhaltigen Wachstumskurs, der auf Qualitätsführerschaft, Innovationskraft und einer breiten internationalen Aufstellung basiert.

Das Unternehmensmotto „Made Different“ steht dabei für einen eigenständigen Weg. Die vier Werte – zuverlässig, bodenständig, ambitioniert und kollaborativ – prägen die Firmenkultur und bilden die Grundlage für stabile Kundenbeziehungen und eine hohe Mitarbeiterbindung.

Vom Pionier zum Global Player

Die Geschichte beginnt am 9. Dezember 1935, als der 33-jährige Oberingenieur Bernhard Beumer mit vier Mitarbeitern in einer kleinen Fabrikhalle in Beckum seinen ersten Arbeitstag als eigener Chef antrat. Der junge Ingenieur brachte Mut, Entschlossenheit und vor allem Expertise aus der Fördertechnik mit. Ein früher technologischer Meilenstein gelang ihm mit der Entwicklung einer Tragrolle mit Labyrinth-Dichtung – deren technische Zeichnung ist die Grundlage für das bis heute genutzte Firmenlogo.

Unter der Führung der zweiten Generation, die Dipl.-Ing. Bernhard Beumer nach dem Tod seines Vaters 1981 übernahm, vollzog sich die Entwicklung vom lokalen Förderanlagenbauer zu einem international agierenden Lösungsanbieter. Technologisch blieb man Vorreiter: In den 1960er-Jahren legte Beumer den Grundstein für kurvengängige Gurtförderer, was Jahrzehnte später Projekte wie einen 12,5 km langen Kalksteinförderer in China ermöglichte.

Rudolf Hausladen: „Wir wollen die ausgesprochenen und unausgesprochenen Bedürfnisse der Anlagenbetreiber besser verstehen als jeder andere in der Branche“

Der Schritt ins neue Jahrtausend brachte die dritte Generation ans Ruder: Seit 2000 führte Dr. Christoph Beumer das Familienunternehmen als Chief Executive Officer (CEO). Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen durch organisches Wachstum sowie ausgewählte Zukäufe zu einer global agierenden Firmengruppe. Mit der Übernahme des dänischen Sortieranlagen-Spezialisten Crisplant (2009) stieg das Unternehmen zu einem der weltführenden Anbieter für Flughafen-Gepäcksortierung und KEP-Sortieranlagen auf. Seit dem Jahr 2022 gehört die FAM GmbH in Magdeburg zur Firmengruppe und stärkt das Portfolio im Schüttgut-Handling.

Heute gliedert sich die Organisation in fünf Geschäftsbereiche: Airport, Logistic Systems, Minerals and Mining, Product Business und Customer Support. Das Portfolio reicht von Sortieranlagen über Förder- und Verpackungstechnik bis zu digitalen Lösungen für Branchen wie Chemie, Bergbau und Zement, Konsumgüter, E-Commerce, Flughäfen sowie Kurier-, Express- und Paketdienste.

„Wir wollen die Hilti der Intralogistik werden“

Seit 2022 steht Rudolf Hausladen als CEO an der Spitze der Beumer Group. „Ich möchte die Hilti der Intralogistik werden“, bringt Hausladen seine Vision auf den Punkt. Was ihn an dem Liechtensteiner Werkzeughersteller fasziniert? „Hilti ist für mich best in class. Dort versteht man die Kundenprozesse im Detail und platziert darauf aufbauend Innovationen am Markt.“

links: Das Gepäcktransportsystem auf Behälterbasis CrisBag bietet eine durchgängige, redundante Gepäckbeförderung; rechts: Das BG-Pouch-System dient als Mehrzweckplattform zum Puffern, Sortieren und Sequenzieren und ermöglicht den Versand ausgehender Sendungen und die Retourenlogistik ohne manuelle Eingriffe („Zero-Touch“)

 

Der Ansatz ist konsequent: 2.000 Mitarbeiter des Intralogistikspezialisten in den Operations- und Maintenance-Teams arbeiten tagtäglich mit Kunden und in deren Prozessen. Die so gewonnenen Erkenntnisse und das darauf basierende Wissen fließen in Neuentwicklungen ein. Hausladen: „Unser Anspruch ist: Wir wollen die ausgesprochenen und unausgesprochenen Bedürfnisse der Anlagenbetreiber besser verstehen als jeder andere in der Branche.“

Diese Philosophie unterscheidet sich fundamental von klassischer Produktentwicklung. Zusammen mit dem Customer Diagnostic Center (CDC), wo Beumer mit KI-gestützter Mustererkennung Anlagenverhalten analysiert und präventiv handeln kann, entsteht ein ganzheitlicher Ansatz für Produktneuheiten.

Innovation durch Company-Builder und Forschungspartnerschaften

Technologischer Fortschritt ist seit jeher ein zentraler Treiber für die Firmengruppe. Dabei wird ein klarer Anspruch verfolgt: Neuheiten sollen nicht zufällig entstehen, sondern gezielt entwickelt und zur Marktreife geführt werden.

Dr. Volker Jungbluth: „Ziel ist es, jährlich mindestens eine marktreife Neuerung zu realisieren“

Der eigene Company-Builder Beam bringt seit 2018 digitale Geschäftsmodelle hervor. Intern treibt der Bereich „Innovation & Development“ kontinuierlich neue Lösungen voran – von der ersten Idee über die Bewertung bis hin zur Markteinführung. „Ziel ist es, jährlich mindestens eine marktreife Neuerung zu realisieren“, so Dr. Volker Jungbluth, Chief Technology Officer (CTO) der Beumer Group, im f+h-Gespräch.

In Dortmund entwickelt die Einheit BG.evolution digitale Lösungen rund um das bestehende Produkt- und Systemportfolio. Das Team arbeitet im Umfeld des Digital.Hub Logistics und pflegt enge Beziehungen zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. Das Ziel: Klassische Maschinenbaukunst mit modernen Technologien zu verbinden und Anwendern ganzheitliche Systeme aus einer Hand zu bieten. Das Motto „Made Different“ steht dabei nicht nur für technologische Differenzierung, sondern für eine gelebte Innovationskultur, die Nutzen schafft – durch Effizienz, Transparenz und Zukunftsfähigkeit.

Neue Berufsbilder: Von Cyber Security bis Data Science

Im Zuge der digitalen Transformation wurde deutlich, dass neue Kompetenzen unerlässlich sind. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren eine Abteilung Cyber Security geschaffen und holen uns inzwischen auch Data Scientists und Data Architects ins Haus“, berichtet Hausladen.

Auch hier wurde internes Wissen zum Kundennutzen: Zum Portfolio gehören mittlerweile Cyber-Security-Services – sei es Beratung oder Penetrationstests. Vor den Olympischen Spielen hat Beumer beispielsweise den Flughafen Paris diesbezüglich beraten.

links: Das System Beumer autopac palettiert und verlädt Sackware effizient, kostengünstig und gleichzeitig; rechts: Der Beumer stretch hood A bietet höchste Ladungsstabilität durch die Kombination von vertikalen und horizontalen Rückstellkräften der Folie

 

Kontinuität trotz Umbruch

Mit dem Eintritt von Hausladen als Vorsitzendem der Geschäftsführung im Jahr 2022 bleibt die Verbindung zu den Wurzeln und der Unternehmenskultur der Gründerfamilie erhalten. „Ich möchte das Unternehmen in gleicher Tradition und dem Geist der Familie Beumer weiterführen“, betont Hausladen. Das Zusammenspiel von Familientradition und Impulsen von außen sichere die Zukunftsfähigkeit der Gruppe.

Die aktuelle Strategie reicht bis ins Jahr 2028 und setzt neue Impulse, um in hochvolatilen Zeiten die Weichen richtig zu stellen. Das übergeordnete Ziel: Beumer als „Partner of Choice“ – als bevorzugten Partner – für Unternehmen weltweit zu positionieren. „Am Ende geht es darum, dass Beumer nicht nur ein Lieferant von Hardware ist, sondern ein Partner, der die Prozesse der Anlagenbetreiber versteht und kontinuierlich daran arbeitet, diese besser, effizienter und sicherer zu machen“, fasst Hausladen die Vision zusammen.

Text/Fotos: Winfried Bauer / Beumer Group

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