Mit Otmar Kaup verliert die Fördertechnik einen engagierten Gestalter. Der Gründer des Herstellers von Anbaugeräten für Flurförderzeuge wirkte bis ins hohe Alter als Entwickler und Geschäftsführer.
Otmar Kaup, Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Kaup GmbH & Co. KG in Aschaffenburg, ist am 18. Mai im Alter von 96 Jahren verstorben. Als herausragender Konstrukteur und Pionier der Fördertechnik prägte er über Jahrzehnte hinweg das Unternehmen und die Branche.
Otmar Kaup war weit über das Unternehmen hinaus als Ideengeber und Vorbild bekannt. Mit seinem Tod verliert Kaup eine prägende Persönlichkeit, deren Lebenswerk weiterwirkt.
Technik und Unternehmergeist
Auch mit über 90 Jahren blieb Otmar Kaup ein aktiver Teil seines Unternehmens. Neue Ideen und deren Umsetzung trieben ihn an. Er blieb bis zuletzt als Geschäftsführer tätig und engagierte sich in der technischen Weiterentwicklung.
Mehr als 60 Jahre widmete der ausgebildete Schmied und Ingenieur dem Familienunternehmen seine Arbeitskraft. Seine Entwicklungen legten den Grundstein für die heutige Rolle von Kaup als weltweit größtem unabhängigen Hersteller von Anbaugeräten für Flurförderzeuge.
Frühe Weichenstellung
Otmar Kaup stammte aus einer Schmiedefamilie in Aschaffenburg-Leider. Statt das elterliche Unternehmen zu übernehmen, entschied er sich nach Ausbildung und Maschinenbaustudium für eine Laufbahn in der Industrie.
Nach ersten Stationen, unter anderem bei MAN in Augsburg, trat er im Jahr 1954 als Konstrukteur für Hydraulik bei den Güldner-Motoren-Werken in Aschaffenburg ein. Dort war er maßgeblich an der Entwicklung des ersten hydrostatisch angetriebenen Gabelstaplers beteiligt – ein Meilenstein für die Branche.
Gründung mit Weitblick
Mit dem zunehmenden Einsatz von Paletten wuchs in den 1950er-Jahren der Bedarf an Anbaugeräten. Otmar Kaup erkannte frühzeitig diese Marktlücke. Anfang 1962 gründete er gemeinsam mit seinem Vater Kilian das Unternehmen Kaup.
Was mit fünf Mitarbeitern begann, zählt heute weltweit rund 900 Beschäftigte. Der Unternehmenssitz blieb über all die Jahre in Aschaffenburg. Von hier aus agiert Kaup global – mit eigenen Produktionsstätten und Vertriebspartnern.
Anerkennung für Lebensleistung
Für sein unternehmerisches und technisches Engagement wurde Otmar Kaup vielfach ausgezeichnet. Die Stadt Aschaffenburg verlieh ihm 2005 die Bürgermedaille. Auch das Bundesverdienstkreuz am Bande (1998) und die VDI-Ehrenplakette (2000) würdigten sein Wirken.
Otmar Kaups Credo lautete, Lösungen für jede Unmöglichkeit zu finden. Dieser Anspruch durchzog seine Arbeit, sein Unternehmen und seine Haltung zur Technik. Seine Ideen leben in zahlreichen Produkten weiter.
Text/Foto: Kaup






