Der Logistikmarkt ist ein komplexes Geflecht aus unzähligen Anbietern und Lösungen. Für Entscheider ist es im Allgemeinen schwierig, den Überblick zu behalten und die richtige Lösung für ihre individuellen Anforderungen zu finden. Die even logistics GmbH, Hamburg, hat sich zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung zu meistern. Mit einer innovativen Plattform bietet das Start-up-Unternehmen eine umfassende Übersicht über den Markt, ermöglicht detaillierte Vergleiche und erleichtert so die Entscheidungsfindung. Wir haben uns bei Geschäftsführer Andreas Löwe über die Funktionsweise und die Merkmale der Plattform informiert.

Löwe: „Wir bieten für die Entscheidungsfindung den Zugang zu Vergleichs- und Erfahrungswerten“
Der Logistikmarkt gilt als überaus fragmentiert und komplex. Welche spezifischen Ansätze und Features bietet even logistics, um Transparenz und Übersichtlichkeit für Entscheider herzustellen?
Andreas Löwe: Unser Ansatz ist es, den Logistikmarkt im ersten Schritt auf Feature-Ebene und im zweiten Schritt auf Bewertungsebene zu ordnen. Wir unterteilen dafür die Logistiklösungen in drei Hauptkategorien: Hardware, Software und Dienstleistungen. Diese sind zusätzlich in spezifische Subkategorien gegliedert, sodass Nutzerinnen und Nutzer schnell die für sie relevanten Bereiche finden. Verfeinert wird die Suche durch detaillierte Filterkriterien, die auf die jeweiligen Kategorien zugeschnitten sind. Diese helfen dabei, die Anforderungen an eine Lösung oder Dienstleistung präzise abzubilden. Ein weiterer Bestandteil sind unsere Nutzerbewertungen. Echte Kundinnen und Kunden hinterlassen sowohl qualitatives als auch quantitatives Feedback, das anderen Entscheiderinnen und Entscheider hilft, die passende Lösung schneller und sicherer zu finden.
Wie genau profitieren Geschäftsführer, Logistikleiter und Lagerleiter von der Nutzung Ihrer Plattform?
Andreas Löwe: Wir sind davon überzeugt, dass es für jeden Anwender eine passende Lösung gibt, es fehlt allerdings für die Entscheidungsfindung der Zugang zu Vergleichs- und Erfahrungswerten. Diese Transparenz bieten wir, wodurch die Recherche-Phase deutlich verkürzt werden kann. Entscheidungen lassen sich fundierter treffen, wodurch das Risiko für Fehlentscheidungen reduziert wird. Am Ende wird es für die Nutzerinnen und Nutzer einfacher, Lösungen miteinander zu vergleichen.
Können Sie konkrete Beispiele nennen, wie Unternehmen durch even logistics bereits ihre Prozesse optimieren konnten oder zukünftig optimieren können?
Andreas Löwe: Da wir erst kürzlich live gegangen sind, gibt es noch keine konkreten Erfolgsgeschichten, die wir teilen können. Allerdings wissen wir, dass bereits einige Unternehmen aktiv unsere Plattform nutzen, um sich zu informieren und Logistikprojekte mit uns zu gestalten. Namen dürfen wir an dieser Stelle leider noch nicht nennen.
Neben Entscheidern sollen auch Lösungsanbieter von even logistics profitieren. Wie stellen Sie sicher, dass die Plattform für beide Seiten – Nutzer und Anbieter – gleichermaßen attraktiv und fair bleibt?
Andreas Löwe: Der offensichtlichste Vorteil für Lösungsanbieter ist erstmal die Sichtbarkeit – und zwar genau bei den Entscheidern, die konkret nach einer Lösung suchen und kaufbereit sind. Darüber hinaus bietet even Lösungsanbietern wertvolle Einblicke in das Nutzerverhalten ihrer Zielgruppe: Welche Interessen haben die Nutzer? Welche Filterkriterien werden am häufigsten genutzt? Was suchen potenzielle Kunden? Diese Daten helfen den Anbietern, ihre Angebote besser zu positionieren. Zusätzlich fungiert unsere Plattform als Vermarktungsplattform, die qualifizierte Leads generiert. Dabei setzen wir auf ein transparentes, abonnementbasiertes Geschäftsmodell. Wir verzichten bewusst auf Kick-backs oder Provisionen, da diese vielfach zu intransparenten und unausgewogenen Marktbedingungen führen. Für Lösungssuchende bleibt unsere Plattform kostenlos. Sie bleiben anonym, bis sie sich aktiv entscheiden, Kontakt aufzunehmen.
Welche Herausforderungen haben Sie während der Entwicklung der Plattform gemeistert, und wie sind die bisherigen Rückmeldungen von Testnutzern?
Andreas Löwe: Eine Hürde war, wie bei den meisten Start-ups, die Finanzierung. Wir haben aber starke Angel-Investoren gefunden, die an unsere Vision glauben und werden zudem von der IFB Hamburg gefördert. Zudem ist der richtige Zeitpunkt für den Marktstart einer Plattform schwer zu definieren. Eine Plattform ist nie ‚fertig‘ – sie braucht kontinuierliches Feedback von beiden Nutzergruppen, um sich weiterzuentwickeln. Wir hatten eine zweimonatige Beta-Phase, in der ausgewählte Nutzerinnen und Nutzer die Plattform testen konnten. Seit dem 18. November sind wir offiziell live. Das bisherige Feedback ist sehr positiv: Anbieter und Nutzer schätzen die Übersichtlichkeit und einfache Bedienung der Webseite. Ein Pluspunkt ist für Anbieter außerdem die selbstständige Erstellung und Verwaltung der Lösungs- und Unternehmensprofile. Die Zahl der registrierten Anbieter hat sich seit unserem Launch verdoppelt, mittlerweile zählen wir 120 Registrierungen.
Was sind Ihre langfristigen Visionen für even logistics, und welche zusätzlichen Funktionen oder Erweiterungen könnten Sie sich für die Plattform in den nächsten Jahren vorstellen?
Andreas Löwe: Unsere erste Priorität ist es, die Plattform weiter mit Leben zu füllen, sprich: Bewertungen für die Lösungen zu sammeln und die Anzahl der Kategorien zu erweitern. Aktuell sind etwa 90 Kategorien live, aber mehr als 300 weitere sind interessant und werden sukzessive ergänzt. Langfristig möchten wir die Vergleichsmöglichkeiten weiter optimieren und die Erfahrung der Nutzerinnen und Nutzer durch neue Features verbessern – etwa zusätzliche Kontaktmöglichkeiten. Für Lösungsanbieter planen wir weitere Insights durch zusätzliche Datenquellen. Ein zentrales Thema beim Vergleich von Logistiklösungen ist die Preisfrage. Vergleichbare Preise werden ein weiterer Schlüssel zur Markttransparenz sein, weshalb wir uns aktuell damit beschäftigen, wie wir auch hier mit even Transparenz schaffen können. Selbstverständlich beschäftigen wir uns auch mit der Frage, wie künstliche Intelligenz uns bei der Nutzung unserer Datenmengen helfen kann.
Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h
Sreenshot/Personenfoto: f+h/even logistics






