Sort A Brick, ein litauisches Start-up-Unternehmen, hat sich 1,15 Millionen Euro gesichert, um seinen KI-gestützten Sortierdienst für Lego-Steine zu skalieren. Die Planungen sehen bis zum Jahr 2025 den Markteintritt in Deutschland vor.
Das litauische Start-up-Unternehmen Sort A Brick, ein Service für die Sortierung gebrauchte Lego-Steine in neue Sets, hat sich eine Investition von 1,15 Millionen gesichert. Die finanzielle Unterstützung kommt vom auf das Baltikum fokussierten Venture Capital (VC)-Fonds Firstpick, neun Business Angels und dem Anfangsinvestment der Gründer in Höhe von 200.000 Euro.
Sort A Brick bietet einen Service, der die Lego-Steine reinigt, sortiert und in originelle oder individuelle Sets umverpackt und so Spielzeug ein zweites Leben verleiht. Bis zum Frühjahr 2025 will das Unternehmen eine neue Runde von 2,5 Millionen Euro mit internationalen VC-Fonds einwerben. Ihr Ziel ist es, in ganz Europa zu expandieren, beginnend mit einem begrenzten Start in Deutschland im Oktober dieses Jahres.
„Millionen von Lego-Steinen liegen unbenutzt in Kartons, weil weder Kinder noch Eltern sie durchwühlen wollen“, so Aurimas Slapšys, Mitbegründer und Geschäftsführer von Sort A Brick. „Wir helfen dabei, indem wir die Ziegelsammlungen der Kunden reinigen und sortieren und dann unsere proprietäre Software verwenden, um neue Modelle zum Bau vorzuschlagen. Dies bietet Kindern ein neues Bauerlebnis zu einem geringeren Preis als der Kauf neuer Sets im Geschäft.“
Kreislauf als Geschäftsmodell
Die Idee zu Sort A Brick stammt von Mitbegründer Ilya Malkin, der die Verwendung von Lego-Gegenständen in seiner eigenen Familie als verschwenderisch ansah. „Ich liebe Lego-Spielzeug für meine Kinder, aber sie haben jedes Modell oft einmal gebaut und mich dann gebeten, ein neues Set zu kaufen.“ Das trage dazu bei, dass sich in der Welt Plastik ansammelt.
Die Förderung der Wiederverwendung von Gütern und die Verlängerung der Produktlebensdauer ist ein Geschäftsmodell, das bis zum Jahr 2030 mit einem Umsatz von 265 Milliarden Euro voraussichtlich 15 Prozent des Markts für physische Konsumgüter ausmachen wird. Zu den zirkulären Unternehmen gehören Verleihsysteme für Artikel wie Sportgeräte und Luxusgüter, die Einkäufe reduzieren. Dazu gehören auch digitale Plattformen wie Vinted, eine Plattform für den Wiederverkauf von Kleidung und Litauens erstes Einhorn, und Tingit, ein Marktplatz, der es Nutzern ermöglicht, Kleidungsstücke zu reparieren und Artikel länger in Gebrauch zu halten.
Mantas Mikuckas, Mitbegründer von Vinted, sagt zu seiner Entscheidung, in Sort A Brick zu investieren: „Zirkuläre Unternehmen haben ein großes Potenzial, weil sie echte Probleme angehen und gleichzeitig die CO2-Emissionen reduzieren. Sort A Brick ist ein Beispiel, damit Kinder mehr Freude an ihrem Spielzeug haben, während Eltern Geld sparen und ihren ökologischen Fußabdruck verringern.“
Wiederbelebung von Lego-Sets mit KI-Erkennung
Malkins Idee für den Ziegelsortierdienst konzentriert sich darauf, das Leben der Eltern zu vereinfachen. „Das Bauen mit Lego-Modellen macht Spaß, wenn ich sie sortiere, nicht so sehr. Wir kümmern uns um die Organisation, damit sich die Eltern darauf konzentrieren können, Spaß zu haben und mehr Zeit miteinander zu verbringen.“
Im Kern ist Sort A Brick ein Tech-Start-up-Unternehmen. Das firmeneigene KI-System analysiert Bausteine, um zu bestimmen, welche Modelle aus dem Mix erstellt werden können. Die Steine werden entsprechend sortiert und die Lego-Teile der Kunden werden nach Sets neu verpackt und mit online zugänglichen Anleitungen versehen. Die Kerntechnologie ist ein Computer-Vision-Algorithmus, der die verschiedenen Steine erkennen und mögliche Kombinationen identifizieren kann.
Das Unternehmen nutzt die jüngsten Finanzmittel für den Aufbau seiner Geschäftstätigkeit und investiert in Prototypenmaschinen, Computer Vision, Softwareentwicklung und Markttests.
Text/Foto: Sort A Brick






