Führen gemeinsam die Geschicke des Automatisierungsspezialisten Pilz:
Susanne Kunschert und ihr Bruder Thomas Pilz
Im Rahmen eines Pressegesprächs informierte das Automatisierungsunternehmen Pilz, Ostfildern, über das Geschäftsjahr 2022. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wurden seitens der Geschäftsleitung beeindruckende Zahlen vorgestellt.
„2022 war zugleich ein schwieriges, wie auch ein positives Jahr! Es ist uns bei Pilz gemeinsam gelungen, aus den so ungünstigen und unwägbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Beste zu machen. Daher ist die Freude über das gute Ergebnis sehr groß,“ blickt Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG, dankbar zurück.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 403,3 Mio. Euro und damit ein Umsatzwachstum von 15,8 Prozent. Der Exportanteil stieg im Berichtszeitraum um 1,1 Prozentpunkte auf 76,3 Prozent. Vor allem in Asien ist die Firmengruppe gewachsen. Deutschland bleibt jedoch der größte Markt für Pilz. Trotz spürbarer Entspannung auf den Beschaffungsmärkten wird das Thema Lieferfähigkeit weiter vorrangig behandelt.
Zudem investiert das Unternehmen bis zum Jahr 2025 an seinen weltweiten Fertigungsstandorten am Stammsitz Ostfildern (Deutschland), in Betschdorf (Frankreich), Bad Ragaz (Schweiz) und Jintan (China) rund 38 Mio. Euro, zum Beispiel in Ausbau und Erneuerung der SMD-Fertigung, Relaisproduktion und die Intralogistik.
Zuwachs auch bei Mitarbeiterzahl
Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg im vergangenen Jahr. Weltweit beschäftigte das Automatisierungsunternehmen zum 31. Dezember 2022 in 42 Ländern 2.399 Mitarbeiter. Das ist eine Zunahme um 2,7 Prozent. In Deutschland betrug die Mitarbeiterzahl 1.010 (Stichtag 31. Dezember 2022), also ein Plus von 1,7 Prozent. Traditionell begegnet das Unternehmen dem Fachkräftemangel mit einer starken betrieblichen Ausbildung: 43 Auszubildende, darunter 21 Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, waren es am 31. Dezember 2022 am Stammsitz Ostfildern.

Gelb gilt in der Industrie als Farbe für Sicherheit: Das Automatisierungsunternehmen Pilz entwickelt Steuerungssysteme für den Schutz von Mensch, Maschine und Umwelt
Industrial Security sichert Produktivität
Als Anbieter von sicheren Automatisierungslösungen erweitert das Unternehmen sein Portfolio im Bereich Industrial Security. Neben technischen Lösungen wird auch Unterstützung in Form von Dienstleistungen und Schulungen angeboten. „Beim Thema Security kommen auf die Industrie in den nächsten Jahren große Herausforderungen zu. Um die Produktivität zu sichern, müssen Maschinen gegen Manipulationen und vor unerlaubten Zugriffen geschützt werden“, verdeutlicht Thomas Pilz den Hintergrund für diese Aktivitäten. „Unternehmen müssen sich dafür rechtzeitig auch auf die sich verändernden gesetzlichen Vorgaben einstellen.“ Beispielhaft nannte der geschäftsführende Gesellschafter der Pilz GmbH & Co. KG die neue Maschinenverordnung und die NIS 2. Bei der NIS 2 handelt es sich um eine Richtlinie der Europäischen Union zur Stärkung der Cybersicherheit, die Anfang 2023 in Kraft trat und bis Herbst 2024 von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden muss. Die Richtlinie gilt jetzt unter anderem auch innerhalb der Sektoren Maschinenbau sowie Automotive und hier für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro.
Guter Start ins Jubiläumsjahr
In diesem Jahr feiert Pilz seinen 75. Geburtstag. „Unser Unternehmen hat sich immer wieder gewandelt – von der Glasbläserei zum Elektronikunternehmen, zum Automatisierer und Digitalisierer. Gemeinsam sind allen Zeiten: Unsere Unternehmenswerte und die Freude an der Innovation. So konnten wir uns immer wieder an Herausforderungen orientieren und zu dem Unternehmen werden, das wir heute sind“, erklärt Thomas Pilz.
In das Jahr 2023 ist Pilz gut gestartet und strebt bei anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen ein erneutes Wachstum in Bezug auf Umsatz und Mitarbeiterzahl an. Susanne Kunschert blickt positiv in die nahe Zukunft: „Wenn wir auf 2023 schauen, kann man bis heute bei weitem noch nicht wieder von einem normalen Jahr sprechen. Wir tasten uns behutsam, aber optimistisch voran – mit einem freudigen ‚Ja!‘ zu dem, was auf uns zukommt.“
Text/Fotos: Pilz






