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Weiterarbeiten trotz Lottogewinn

Weiterarbeiten trotz Lottogewinn

Sicherheit, gute Kommunikation und Wertschätzung – das sind für Fachkräfte aus der Logistikbranche die wichtigsten Aspekte, wenn es um einen attraktiven Beruf geht. Sinn und Selbstverwirklichung in der Arbeit spielen damit nicht nur in akademischen, sondern auch in nicht-akademischen Berufen eine wichtige Rolle. 59 Prozent der Logistikfachkräfte würden trotz Lottogewinn weiterarbeiten. Das zeigt die Studie „Attraktive Jobs“ von meinestadt.de, für die 171 Logistikfachkräfte mit Berufsausbildung befragt wurden.

Für viele eine Traumvorstellung: ein Millionen-Gewinn im Lotto. Die Frage, die sich anschließt: Würden Sie dann weiterarbeiten? 59 Prozent aus dem Logistiksektor beantworten sie mit „Ja“. Für diesen Teil der Fachkräfte ist der Job ein sinnstiftender Faktor – „man wird gebraucht“, bringt seine Fähigkeiten ein oder erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft. „Geld allein macht nicht glücklich“, so eine befragte Logistikfachkraft. Dass der Sinn der Arbeit ein echtes Angebot für Bewerber ist, wurde bisher eher bei Akademikern angenommen. Auch in der Logistikbranche sind aber viele „Sinnsucher“ zu finden.

Faktoren, die Sicherheit vermitteln

Für die befragten Logistikfachkräfte sind ein sicherer Arbeitsplatz (81 Prozent) und ein gutes Arbeitsklima (35 Prozent) am wichtigsten im Job. Aufstiegschancen im Unternehmen (sechs Prozent) rangieren hingegen auf dem letzten Platz. Doch woran machen Fachkräfte Sicherheit fest? Ein unbefristeter Job liegt mit 68 Prozent auf dem ersten Platz, gefolgt von der pünktlichen Gehaltszahlung (65 Prozent) sowie der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens (37 Prozent). Die Studienteilnehmer wünschen sich in der Ansprache solche konkreten Leistungsversprechen statt Floskeln zu einem vermeintlich kometenhaften Aufstieg wie „Jetzt ist die Karriere dran!“. Nur jeder zehnte Logistiker findet aktuelle Stellenausschreibungen sehr überzeugend.

Arbeit hat Zukunft und macht stolz

Der Branchenvergleich macht jedoch deutlich, dass Unternehmen im Job-Marketing differenziert vorgehen sollten. So ist das Sicherheitsempfinden in den jeweiligen Branchen und Berufen unterschiedlich aufgeladen. Für Fachkräfte aus der Logistik-Branche liefert der allgemeine Unternehmenserfolg Sicherheit. Außerdem spielt ein stark wahrgenommener Betriebsrat in der Vermittlung von Sicherheit eine vergleichsweise wichtige Rolle. 86 Prozent der Logistikfachkräfte sind davon überzeugt, dass ihre Arbeit auch in zehn Jahren noch nachgefragt ist.

Logistiker geben mit 71 Prozent am häufigsten an, stolz auf ihr aktuelles Unternehmen zu sein. Die offenen Nennungen bestätigen das positive Bild: Dort ist die Rede von einem „Familiengefühl“, einer „sinnvollen Tätigkeit“ und einem „super Klima“ sowie „einem tollen Job“. Auch hier zeigt sich der sinnstiftende Aspekt.

Wunsch nach mehr Wertschätzung und Ehrlichkeit

Beim Faktor Arbeitsklima rangieren die Verlässlichkeit unter den Kollegen mit 54 Prozent und das Gefühl „Teil des Teams zu sein“ mit 50 Prozent auf den Spitzenplätzen. Logistiker geben außerdem vergleichsweise häufig den Aspekt „Wertschätzung für die Arbeit“ im Zusammenhang mit einem guten Arbeitsklima an. Wird das Klima im Team als schlecht bewertet, liegt es bei jedem zweiten Befragten an dem Mangel an verlässlichen Kollegen. Dahinter folgt unter anderem das fehlende Vertrauen zur Führungskraft und nicht vorhandenes Lob für die Arbeit. Das Erstaunliche: Die Relevanz einer hohen Vergütung steigt für Logistiker unter einem schlecht wahrgenommenen Arbeitsklima insgesamt um das Vierfache an. Damit wird der Stellenwert des Arbeitsklimas einmal mehr deutlich.

 

 

“Wer im Wettbewerb um Logistikfachkräfte vorne liegen möchte, sollte in Stellenanzeigen handfeste Argumente liefern, die zu seiner Zielgruppe passen“

Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de

 

 

 

Relevante Inhalte sind gefragt

Im Recruiting-Prozess können mit dem Wissen um diese Bedürfnisse wichtige Weichen gestellt werden. „Wer im Wettbewerb um Logistikfachkräfte vorne liegen möchte, sollte in Stellenanzeigen handfeste Argumente liefern, die zu seiner Zielgruppe passen. Auch der sinnstiftende Aspekt kann im Employer Branding für nicht-akademische Fachkräfte viel bewirken“, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de.

 

Quelle: meinestadt.de

Bildquellen: Shutterstock, meinestadt.de

Veröffentlicht von

Winfried Bauer

Die Innovationen der Intralogistikbranche aufzuspüren und ihnen eine Plattform zu geben, ist für mich auch nach mehr als 20 Jahren in der Redaktion die Triebfeder der täglichen Arbeit.

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