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So gelingt manuelles Handling tonnenschwerer Baugruppen sogar ohne Hilfsantrieb

So gelingt manuelles Handling tonnenschwerer Baugruppen sogar ohne Hilfsantrieb

Zu den Erfolgsfaktoren deutscher Maschinen- und Anlagenbauer zählt neben hoher Innovationskraft und Fertigungsqualität auch eine effiziente Produktionslogistik, um die Wertschöpfung vom Materialeingang über den Produktionsprozess bis hin zum Warenausgang zu optimieren. Fördertechnische Innovationen vereinfachen die Umsetzung von Lean Manufacturing in der Fertigung schwerer, sperriger Maschinen und Baugruppen.

Auf Schwergewichte eingestellt

Mit technologieführenden Industriesparten wie der Antriebs- und Fördertechnik, dem Werkzeugmaschinen- und Turbinenbau oder der Landtechnik trägt der Maschinenbau maßgeblich zur hohen Exportquote der deutschen Wirtschaft bei. Die Ausfuhren der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer erreichten 2015 ein Volumen von mehr als 150 Mrd. Euro. Damit ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau Weltmarktführer mit einem globalen Anteil von gut 16 Prozent.

Das gestiegene Außenhandelsvolumen manifestiert sich vor allem im Seehandel. So nimmt der Containerumschlag an den weltweit bedeutendsten Handelshäfen weiter zu und hat nach Angaben des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik im November 2017 ein neues Allzeithoch erklommen. Immer größer dimensionierte Frachtschiffe mit Ladekapazitäten bis zu 19.000 Containereinheiten (TEU) gehen in den Seehäfen der Welt vor Anker, wo an den hoch frequentierten Containerterminals heutzutage jährlich mehrere Millionen TEU und damit mehr als 90 Prozent des verschifften Stückguts umgeschlagen werden. Zur Erhöhung der Sicherheit auf See hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsbranche Änderungen am Solas-Abkommen (das Kürzel Solas steht für Safety of Life at Sea) vorgenommen. Der seit Juli 2016 in mehr als 160 Staaten geltenden Solas-VGM-Richtlinie entsprechend dürfen Frachtgüter für die Containerverschiffung nur noch dann verladen werden, wenn ein verifiziertes Container-Gesamtgewicht (VGM) vorliegt. Diese Kennzahl lässt sich durch Verwiegung des beladenen Containers erfassen oder anhand der dokumentierten Einzellasten der verstauten Frachtgüter berechnen. Um den Zeit- und Kostenaufwand bei der Logistik und Güterdisposition zu verringern, werden für die Containerverschiffung bestimmte Erzeugnisse vielfach bereits beim Hersteller verwogen.

Integrierte Wiegestation

Im Maschinenbau, wo oftmals tonnenschwere Bauteile und Maschinen gefertigt werden, kann sich das Verwiegen im Warenausgang als diffizil erweisen. Aus diesem Grund hat ein süddeutscher Maschinenbauer den Intralogistik-Spezialisten Losyco mit der Entwicklung zweier Schwerlast-Wiegestationen beauftragt. Die Stationen fügen sich nahtlos in das von Losyco installierte Loxrail-Schienensystem ein und ermöglichen die exakte Ermittlung des Frachtgewichts in der letzten Taktstufe. Auf dem Schienensystem lassen sich in Taktfertigung produzierte Baugruppen und Maschinen mithilfe von Rollplattformen mühelos von einer Montagestation zur nächsten bewegen. Nach der Verpackung werden die Einheiten ohne Umrangieren auf die 5000 x 2500 mm große Wiegestation geschoben.

Die Schwerlast-Waagen sind mit ihren sechs elektronischen Wägezellen für Lasten bis 45 Tonnen ausgelegt. Die abzüglich des Gewichts der Rollenplattformen bestimmte Frachtlast lässt sich über die Wäge-Elektronik per WLAN direkt an das Leitsystem übermitteln und ist damit sofort zum Eintrag in die Frachtpapiere und zur Information beauftragter Speditionen und Verlader verfügbar. Mit dem an die Wäge-Elektronik angeschlossenen Etikettendrucker wird das Frachtgut vor Ort versandfertig gekennzeichnet. Die Verwiegung geschieht gemäß der Solas-Genauigkeitsklasse III und entspricht den aktuellen Anforderungen an den Gütertransport per Containerschiff.

 

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Veröffentlicht von

Winfried Bauer

Die Innovationen der Intralogistikbranche aufzuspüren und ihnen eine Plattform zu geben, ist für mich auch nach mehr als 20 Jahren in der Redaktion die Triebfeder der täglichen Arbeit.

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