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Logistik 4.0 – Schwarmintelligente Prozesse

Logistik 4.0 – Schwarmintelligente Prozesse

Innovative Logistik-Prozesse und schwarmintelligente Fahrzeuge steigern Produktivität im Lager

Mit dem System Efficient Mobile Picking (EMP) stellt die Witron Logistik + Informatik GmbH eine ganzheitliche Lösung für die „Mann zur Ware“-Kommissionierung vor. Entwickelt hat der Generalunternehmer das System für die Logistikzentren des Lebensmitteleinzelhandels sowie den Online-Handel und den Teilevertrieb.

Innovative Logistik-Prozesse

Auf Grundlage der von Witron für diese Lösung entwickelten EMP-Software und EMP-Module sind alle Prozesse und Teilnehmer im Gesamtsystem permanent miteinander vernetzt. Auf Basis dieser vertikalen und horizontalen Vernetzung der Prozesskette fließen durch direkte Kommunikation alle Veränderungen (z.B. Stammdaten, Fahrzeuge, Maschinen, Kommissionieraufträge, Nachschubaufträge, Artikel, Filialen und Touren sowie Rahmenbedingungen) unmittelbar in die Optimierung ein. Dies sorgt für eine perfekte Aufstellung der Artikel in der Pickfront, effiziente Nachschubsteuerung, bestmögliche Auslastung des Kommissionier-Teams, hohe Pick- und Arbeitssicherheit, wegeoptimierte und filialgerechte Kommissionierung sowie Transparenz hinsichtlich der Bestände.

Integration intelligenter Features zur Auftrags- und Nachschubsteuerung

Die intelligente Auftragssteuerung stellt den Zugriff des skalierbaren Systems auf vorausgegangene und aktuelle Abverkaufszahlen unter Berücksichtigung von Wochentagsschwankungen oder mit Blick auf Marketing- und Verkaufsaktionen sicher. Somit werden die Rahmenbedingungen für eine vorausschauende Personal- und „Produktionsplanung“ geschaffen – ganz im Sinne von Predictive Analytics. Neben doppelt- und mehrfachtiefer Lagerung lässt sich die Pickfront ebenso mit Ladungsträgern unterschiedlicher Art bestücken; bei gleichzeitig automatisiertem Nachschub in „Echtzeit“ durch Regalbediengeräte. Schnellläufer lagern auf Paletten, Mediumläufer auf Layertrays und Langsamläufer auf kleinen Trays. Ebenfalls ist die Integration einer Behälter-Pickfront in die Kommissioniergasse denkbar. Das Lagerprofil wird optimiert durch die IT-gesteuerte Aufstellung der Artikel: welche Artikel in welcher Form bereitgestellt werden, schlägt die EMP-Software (eine Komponente des Logistik-4.0-Warehouse-Management-Systems) flexibel und vorausschauend anhand der Auftragsdaten vor. Diese Variabilität erhöht die Artikelanzahl in der Gasse, bei gleichzeitiger Kompaktheit und permanent kurzen Fahrwegen. Integrierte Inventur-Funktionalitäten und Nulldurchgangs-Plausibilisierung sorgen für eine durchgehende Bestandssicherheit. Optimierungseffekte sind zudem durch die automatische Leergutentsorgung abkommissionierter Paletten gegeben.

Autonomes Fahrzeug – der Wibot

Neben der Logik des EMP-Systems sind die von Witron entwickelten Pickmobile, Wibots genannt, das zentrale Kommissionierelement. Die Flurförderzeuge navigieren schwarmintelligent führerlos innerhalb der Lagergassen und optimieren den Logistik- und Kommissionierprozess. Je nach Auftragssituation lässt sich die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge anpassen.

Der Wibot wird durch die Witron-EMP-Software automatisch zum jeweiligen Pickplatz gesteuert. Des Weiteren dient die Software zur Kommunikation der einzelnen Flurförderzeuge untereinander und fungiert somit als zentrales Element der Schwarmintelligenz. Positions-Scanner an beiden Seiten des Fahrzeugs erfassen automatisch die an den Regalplätzen angebrachten Barcodes, wodurch sich der Wibot im Logistikzentrum orientiert und selbstständig am richtigen Entnahmeplatz stehen bleibt. Ein Scanner an der Stirnseite des Fahrzeugs führt den Wibot kollisionsfrei durch die Gasse.

Der Prozess beginnt mit der manuellen Aufnahme von bis zu drei verschiedenen Ladungsträgern auf das Pickmobil. Der Wibot startet den Prozess mit der Anzeige der anzusteuernden Lagergasse. Diese ist in Bereiche für schnell- und langsamdrehende Artikel aufgeteilt, jeweils logisch einem Hauptfahrweg und einer Überholspur für die Pickmobile zugeordnet. Ist die Gasse erreicht, führt das EMP-System den Picker wegeoptimiert durch den Kommissionierprozess bis der Auftrag abgeschlossen ist. Aufgrund der optimalen Auftragsberechnung gibt das Flurförderzeug die kürzeste Strecke durch den Prozess vor. Dabei profitiert der Kommissionierer von der dynamischen Artikelaufstellung und dem intelligenten Nachschub auf Basis aktueller Auftrags- und Abverkaufsdaten. Zeitverluste werden vermieden. Zudem befinden sich alle relevanten Artikel permanent in der Pickfront.

Visuelle Hilfsmittel steigern Kommissionierqualität

Nahezu fehlerfrei wird die Kommissionierung durch die präzise Unterstützung des Wibots: Per LED-Anzeigen gibt der Wibot die nächste Pickposition vor und fährt diese exakt und im richtigen Abstand zur Pickfront an. Die parallele Kommissionierung von bis zu drei Aufträgen auf verschiedenen Ladungsträgern wie Paletten oder Rollcontainern lässt sich in einem Prozess realisieren. Ein optisches Signal zeigt dem Kommissionierer dabei an, auf welchem Ladungsträger er die Handelseinheit ablegen soll. „Pick by Light“-Anzeigen geben die jeweilige Entnahmemenge aus der Pickposition vor.

Der Mitarbeiter kann sich vor Kommissionierstart seinen kompletten Auftrag visualisieren lassen. Somit ist es ihm möglich, den Schlichtvorgang bereits vorausschauend zu durchdenken. Hierbei belegt die Praxis, dass sich durch diese Funktionalität das Schlichtbild optimieren und die Kommissioniergeschwindigkeit nochmals erhöhen lässt. Anhand dieser „Mensch-Maschine-Schnittstelle“ wird die Erfahrung der Mitarbeiter im Arbeitsprozess berücksichtigt.

Hat der Kommissionierer den Pickvorgang erledigt, quittiert er dies entweder durch einfachen Griff zur Smartwatch am Handgelenk oder durch eine Wischbewegung mit dem Fuß unter die Palette. Alternativ lassen sich „Pick by Voice“ bzw. Datenfunk-Technologie integrieren. Mit wenigen Schritten folgt der Kommissionier dem Flurförderzeug zur nächsten Pickstation – das Auf- und Absteigen auf das Fahrzeug zwischen zwei Pickvorgängen entfällt. Ist der Auftrag abgeschlossen, steuert der Kommissionier das Flurförderzeug manuell in Richtung Warenausgang.

Schwarmintelligenz erhöht die Sicherheit

Durch die Schwarmintelligenz der Wibot-Flotte werden Überholvorgänge in einer Gasse unter Berücksichtigung von Auftragsprioritäten und Effizienzberechnungen automatisch veranlasst. Entscheidet sich das System für einen Überholvorgang, vollzieht diesen der Kommissionierer nach Systemfreigabe manuell. Sicherheitssysteme verhindern hierbei Zusammenstöße von Fahrzeugen mit Kommissionierern.

 

Dieser Artikel gehört zu einer weiteren Veröffentlichung in f+h 10/2017. Hier erfahren Sie mehr über eine weitere Innovation aus dem Hause Witron, das System OFP für die Frische-Logistik.
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Veröffentlicht von

Holger Seybold

In meiner täglichen Arbeit werde ich mit unterschiedlichen Technologien und abwechslungsreichen Herausforderungen konfrontiert. Die multimedialen Möglichkeiten sowie die Kommunikation via Social Media inspirieren dabei nicht nur meine journalistische Arbeit, sondern bieten auch dem Leser einen echten Mehrwert.

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