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IFOY Test: Innovativer Routenzug von Still

IFOY Test: Innovativer Routenzug von Still

Alle IFOY Testergebnisse des innovativen Routenzugs von Still

Anlässlich der IFOY Test Days 2017 wurden die Finalisten des IFOY Award auf Herz und Nieren getestet: Hier geht es zur Übersicht.

Lesen Sie hier den Testbericht und den Innovation-Check des Routenzugs von Still.


Testbericht Innovativer Routenzug von Still

Das Lean-Konzept war für Still der Grund, einen Routenzug zu entwickeln, der weiter geht als herkömmliche Konkurrenten. Wo andere Routenzüge oft auf das Handling von Lasten bis etwa 500 kg pro Anhänger begrenzt sind, schafft die Still-Variante sehr große oder schwere Lasten bis zu 2.500 kg oder sogar 6 Metern, auf einem relativ kleinen Gebiet. Das Besondere ist, dass die Mitarbeiter physisch entlastet werden, da das Be- und Entladen der Anhänger vollautomatisch erfolgt. Aus demografischer Sicht und im Hinblick auf ein steigendes Durchschnittsalter bei Logistikbeschäftigten, bietet dieses Konzept offensichtliche Vorteile.

Finalist des IFOY Award in der Kategorie „Special Vehicle“ ist der Routenzug mit automatischer Be- und Entladung von Still

Bevor das System optimal genutzt werden kann, ist es erforderlich, die Arbeitsumgebung einmal festzulegen und die verschiedenen Stationen und Strecken anzugeben. Danach arbeitet der Routenzug sehr intuitiv, erfordert aber nichtsdestotrotz einen sehr genauen Fahrstil. An der Vorderseite des Schleppers wird ein blauer Pfeil auf den Boden projeziert. Seitlich des Anhängers wirft ein Laserliner eine klare, grüne Linie auf dem Boden. Sobald der blaue Pfeil sich einem der markierten Stopps nähert und die grüne Laserlinie genau die Stoppmarke trifft, kann die Last leicht über die Teleskopgabel be- oder entladen werden. Der Vorgang wird von einer Kamera überwacht, die auf dem C-Rahmen montiert ist. Das Kamerabild wird in Echtzeit auf einem großen Touchscreen am Schlepper dargestellt. Werden mehrere Anhänger gleichzeitig eingesetzt, wird jeder einzelne im Split-Screen-Modus dargestellt, so dass alle Arbeitsplätze immer im Fokus sind.

Zum Be- und Entladen der Ladungsträger muss der Fahrer den Schlepper nicht verlassen. Alle Aufträge werden über den Touchscreen eingegeben und durch zusätzliches betätigen des Auslöseknopfs am Schlepper bestätigt. Der Still Routenzug kann bis zu vier Anhänger gleichzeitig transportieren und bietet somit eine hohe Produktivität und Effizienz. Dank der Allradlenkung der Anhänger ist die Kombination sehr wendig. Weiterhin zeigt sich die Lösung sehr ruhig.

IFOY Testfazit:

Der Still Routenzug mit automatischer Be- und Entladung ist eine erste Stufe zur Vollautomatisierung in der Produktion. Schwere Lasten können leicht von nur einer Person aufgenommen und transportiert werden, ohne dass der Bediener das Fahrzeug verlassen muss. Alter oder Leistung spielen keine Rolle, was in der Praxis Flexibilität bietet.


Innovation Check Innovativer Routenzug von Still

Marktrelevanz

Routenzüge haben im vergangenen Jahrzehnt für den innerbetrieblichen Materialtransport sehr stark an Bedeutung gewonnen. Sie werden vorwiegend für die Materialversorgung von Arbeitsplätzen in der Montage eingesetzt, wobei die Fördergüter auf rollbaren Ladungsträgern von Hand auf oder in die Wagen (Anhänger) geschoben werden. Kleine Lasten werden ebenfalls manuell auf und abgeladen. In manchen Fällen müssen jedoch auch große und schwere Lasten mit Routenzügen transportiert werden, die nicht händisch auf und abgeladen werden können. Der von Still entwickelte spezielle Routenzuganhänger mit den seitlich ausfahrbaren Teleskopgabeln erweitert daher das Einsatzspektrum der Routenzüge sinnvoll und erschließt damit ein neues Marktsegment für Routenzüge. Das Marktvolumen dieses Segmentes ist wie für alle Special Vehicle jedoch vergleichsweise klein. Allerdings hat Still bei dem Schwerlast-Routenzug ein technisches Konzept realisiert, dass durchaus das Potenzial für eine breitere Anwendung auch in anderen Flurförderzeugen besitzt. Dieses ist die Fernbedienung (remote control) von Arbeitsvorgängen. Die Be- und Entladung der Anhänger mit den schweren und großen Ladeeinheiten erfolgt durch den Routenzugfahrer ferngesteuert vom Schlepper aus.

Kundennutzen

Der Kundennutzen des Schwerlast-Routenzugs ist sehr hoch einzustufen, da das Gerät für die spezifischen Anforderungen eines Kunden entwickelt worden ist. Die fernbediente Lastaufnahme und -abgabe ermöglicht ein sicheres Handling der großen und schweren Transportgüter. Der Fahrer wird hierbei durch die Fischaugenkameras und die Laserpositionierhilfe optimal bei seiner Arbeit unterstützt. Die Substitution der sonst für die Transporte eingesetzten Gegengewichtsstapler durch den Schwerlast-Routenzug bietet ökonomische Vorteile.

Neuheits- / Innovationsgrad

Die wesentlichen innovativen Elemente sind die Teleskopgabeln und die Fernbedienung. Teleskopgabeln sind zwar seit langem bekannt, die Verwendung in Routenzuganhängern ist jedoch neu, wenn auch naheliegend. Hervorzuheben ist jedoch die Fernbedienung von Arbeitsfunktionen durch einen räumlich getrennten Bediener, dem durch technische Hilfsmittel die notwendigen Informationen bereitgestellt werden. Bei Kranen wird die Fernbedienung bereits seit langem zur Teilautomatisierung und Entlastung der Bediener von physischen Beanspruchungen eingesetzt; bei Flurförderzeugen ist dies dagegen neu.

Funktionalität / Art der Umsetzung

Die technische Umsetzung ist gut realisiert. Von der Softwareseite fiel beim Innovation Check eine gewisse Trägheit des Systems auf. Eine genauere Positionierung des Fahrzeugs ist erst nach einer Eingewöhnungsphase möglich und erschwert die Bedienung. Nach der ausreichenden Positionierung erfolgen die Ent- und Beladung automatisch und zuverlässig.

Bewertung der Innovation:

Marktrelevanz: ausgeglichen

Kundennutzen: sehr gut

Neuheits- / Innovationsgrad: gut

Funktionalität  / Art der Umsetzung: gut

[Quelle: IFOY]

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Veröffentlicht von

Holger Seybold

In meiner täglichen Arbeit werde ich mit unterschiedlichen Technologien und abwechslungsreichen Herausforderungen konfrontiert. Die multimedialen Möglichkeiten sowie die Kommunikation via Social Media inspirieren dabei nicht nur meine journalistische Arbeit, sondern bieten auch dem Leser einen echten Mehrwert.

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