Harting feierte im Juni die Eröffnung des European Distribution Center (EDC) in Espelkamp. Erweiterte Kapazitäten und höhere Lieferperformance – diese Ziele realisiert das Technologieunternehmen in seinem neuen Versandzentrum. Pierau Planung beriet im Projektablauf.

Fahrerlose Transportsysteme (FTS), Identifikationstechnologien wie RFID und Barcode sowie SAP EWM als Lagerverwaltung schaffen die Voraussetzungen für effiziente, automatisierte Prozesse. Pierau Planung stand Harting mit logistischem Know-how zur Seite. Die Hamburger Logistikexperten waren maßgeblich an der Pflichtenheftphase, der Arbeitsplatzgestaltung, der Realisierung der Lager- und Fördertechnik und an der Verkehrswegeplanung beteiligt.

Die Harting Deutschland GmbH & Co. KG fertigt elektronische Steckverbinder sowie Netzwerkkomponenten und Geräteanschlusstechnik. Produziert wird an verschiedenen Standorten rund um den Globus. Um die Belieferung der Kunden im B2B- und B2C-Bereich mit Fertig-Komponenten und Baugruppen zu beschleunigen, hat das Unternehmen seine Lager- und Versandlogistik am Standort Espelkamp zentralisiert.

Automatisierung beflügelt Intralogistik

In den Hallen des EDC sind fahrerlose Transportsysteme (FTS) im Einsatz, um die Paletten direkt am Wareneingang zu übernehmen, sie zu den Lager- und Kommissionierbereichen sowie schließlich andere Paletten wieder zum Warenausgang zu befördern. In den vollautomatisierten Lagerbereichen werden täglich bis zu 20.000 Artikelpositionen kommissioniert und rund 7.000 Versandkartons gepackt: Die Hochregallager werden vom EWM verwaltet und gesteuert und bieten auf einer Fläche von 4.500 m² und 20 m Höhe Platz für 6.900 Paletten und 120.000 Behälter. Im automatischen Kleinteilelager sorgen in zwei von insgesamt acht Gassen je zwei Regalbediengeräte übereinander für die zügige automatische Ein- und Auslagerung der Schnelldreher.

Die beleglose, zweistufige Ware-zum-Mann-Kommissionierung teilt sich in zwei verschiedene Arbeitsplatzbereiche, um die Abläufe für das positionsbezogene Picken ganzer Verpackungseinheiten und die Anbruchkommissionierung (inkl. Set-Bildung „on demand“) jeweils optimal gestalten zu können. In Workshops wurden die jeweiligen Aufgaben erklärt und gemeinsam die dafür benötigte Ausstattung ermittelt.

Die Entkopplung zwischen Kommissionierung und Packerei übernimmt ein Shuttlelager als Puffer und Sequenzer: Über die EWM-Applikation des Lagerverwaltungssystems werden Inhalt und Reihenfolge bestimmt, in der die Positionsbehälter optimiert für das manuelle Verpacken bereitgestellt werden. Die Mitarbeiter können diesem Vorschlag folgen oder basierend auf ihrer Erfahrung eine andere Reihenfolge festlegen. Die Etikettierung der Adress- und Warenanhänger wird zentralisiert von zwei in die Fördertechnik integrierten Etikettierautomaten vorgenommen.
Die Inbetriebnahme der technischen Anlagen erfolgt im Ramp-up, daher laufen die Systeme noch nicht auf voller Leistung. Diese wird sukzessive hochgefahren, um das Risiko von Störungen oder Ausfällen zu minimieren.

 

Text/Foto: Pierau Planung

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