Forschung: FTS mit gebündelter Intelligenz

Navigationstechnologien auf einem neuen Level

Vernetzung und Kooperation für mobile Systeme: Dies sind zwei zentrale Mehrwerte, die Navigationsverfahren des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA bieten. Jedes FTF überträgt dann seine mit Sensoren erfassten Umgebungsdaten an einen zentralen Server innerhalb der Firma, der darauf basierend eine kooperative Kartierung und Pfadplanung vornimmt. So agiert die Fahrzeugflotte als Kollektiv optimal, mit gesteigerter Autonomie und zugleich wirtschaftlich.

Im Kollektiv zusammenarbeiten

FTS sind für viele Unternehmen eine Schlüsseltechnologie, um die Anforderung, in immer kürzerer Zeit bei zugleich hohem Kostendruck Waren oder Materialien bereitzustellen, mit effizienten und ebenso finanziell attraktiven Lösungen erfüllen zu können. Genau hier spielt ein im Sinne von Industrie 4.0 zunehmend vernetztes FTS seine Vorteile aus. Bisher agieren die einzelnen FTF als autarke, voneinander weitgehend unabhängige Systeme, die die jeweils erforderliche Sensorik und Rechnerhardware mitbringen. Die Leitsteuerung, die entsprechend den Transportaufträgen die Pfadplanung optimiert, ist zwar schon heute das Element, das mit allen FTF verbunden ist. Diese Verbindung ist jedoch überwiegend einseitig und ein „Top-Down-Prozess“: Es gibt nur wenige Rückmeldungen des Fahrzeugs an die Leitsteuerung, z. B. in Form von internen Zuständen wie Geschwindigkeit oder einem Not-Aus, und auch nicht an andere Fahrzeuge der Flotte. Genau diese Form der Rückkopplung oder eines „Bottom-Up-Prozesses“ eröffnet jedoch die Möglichkeit, dass wichtige Informationen, die die einzelnen Fahrzeuge ohnehin erfassen, für die ganze Flotte bereitstehen. Diese Informationen sind Grundlage dafür, dass die Anlage bedeutend wandlungsfähiger wird und zudem in einer dynamischen Umgebung effizient navigieren kann. Am Beispiel der Kartierung und der Pfadplanung wird dies deutlich.

Kooperative Kartenerstellung und Lokalisierung

Ein Hauptziel für wandlungsfähige Anlagen ist, dass die Navigation der FTF möglichst ohne oder nur mit minimaler Anpassung der Umgebung z. B. physikalischen Spuren oder Reflektormarken auskommt. Diese sind bisher allerdings noch weit verbreitet, sodass FTS hinsichtlich ihrer Flexibilität ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Denn wenn die Fahrwege z. B. aufgrund geänderter Auftragszahlen oder neuer Produktvarianten kurzfristig angepasst werden sollen, ist dies nur mit Aufwand möglich. Algorithmen für die freie Navigation wie „Simultaneous Localization and Mapping“ (SLAM) bieten neue Chancen. Hierbei erfasst das Fahrzeug mithilfe von Sensordaten laufend seine Umgebung und kann sich gleichzeitig in dieser lokalisieren. Durch Vernetzung der Anlage werden nun die Voraussetzungen für ein kooperatives SLAM geschaffen, d.h. die kooperative Erfassung der Umgebung und Aktualisierung der Karte durch alle FTF sowie das gegenseitige Erkennen und der Austausch dieser Lokalisierungsinformationen. So lassen sich bisherige Beschränkungen des SLAM überwinden.  […hier kostenlos weiterlesen im f+h E-Paper]


Den kompletten Artikel lesen Sie kostenlos im f+h E-Paper

Button zum Artikel im E-Paper   [Link öffnet neuen Tab]

Holger Seybold

Gepostet von: Holger Seybold

Holger Seybold ist Redakteur für Intralogistik und Sonderprojekte. Er ist technikbegeistert und bekennender Digitalist. Besonders aktuelle Technologien rund um Industrie 4.0 und das Internet der Dinge faszinieren ihn.

Teilen Sie diesen Artikel auf
Translate »
 
Share This

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen