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Fahrzeugortung: Linde übernimmt Start-up

Fahrzeugortung: Linde übernimmt Start-up

Linde Material Handling übernimmt Start-up Comnovo

Der Flurförderzeughersteller und Lösungsanbieter Linde Material Handling, Aschaffenburg, übernimmt das Dortmunder Start-up-Unternehmen Comnovo. Mit dem Kauf ergänzt Linde sein Portfolio an Sicherheitslösungen – und um innovative Techniken im Bereich Fahrzeugortung.

Das Start-up-Unternehmen Comnovo wurde von Dr. Andreas Lewandowski (links außen), Dominik Gerstel (vordere Reihe, Zweiter von links) und Volker Köster (hintere Reihe , Dritter von rechts) gegründet und entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der TU Dortmund

Innovative Technologie für mehr Sicherheit

In den vergangenen Jahren konnte die Zahl von Betriebsunfällen in Deutschland deutlich reduziert werden. Doch jeder Unfall ist einer zu viel, und gerade im Umgang mit Flurförderzeugen gibt es nach wie vor Risiken. Linde Material Handling bietet bereits eine Vielzahl von Assistenzsystemen, die als „intelligente Beifahrer“ aktiv eingreifen, um Unfälle zu verhindern. Jetzt erweitert Linde sein Sicherheits-Portfolio durch die Übernahme eines innovativen jungen Unternehmens.

Das Start-up Comnovo hat ein neuartiges Fahrzeugortungssystem entwickelt: Per Ultra-Breitband-Technologie werden Menschen, die sich in Hallen, Gebäuden oder Blocklagern bewegen, durch Signaltöne oder Vibration vor herannahenden Fahrzeugen gewarnt. Der Clou: Aufgrund der hohen Frequenz von mindestens vier Gigahertz  „sieht“ das System durch Palettenladungen, durch Rolltore, ja selbst durch Mauern – und zwar auf zehn Zentimeter genau.

Entwickelt wurde das System von den drei Comnovo-Gründern Dr. Andreas Lewandowski, Dominik Gerstel und Volker Köster, die in der weiterhin eigenständigen Gesellschaft verbleiben. Lewandowski wird auch künftig als Geschäftsführer die Produktentwicklung und -integration verantworten. Das Gründungsteam hat am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der TU Dortmund zu Fragen der Fahrzeuglokalisierung geforscht, Lewandowski promovierte im Bereich der funkbasierten Indoor-Lokalisierung. Er sagt: „Beim Auto kennen wir unterschiedlichste Assistenzsysteme wie Abstandsregelung, Kollisionswarnung oder Navigation bzw. Ortung. Wir wollten das auf die Herausforderungen in der Intralogistik übertragen – also auf einen Bereich, der durch ständig steigende Warenströme und damit immer komplexere Abläufe geprägt ist.“

Genau da liegt ein zusätzlicher Nutzen der Ultra-Breitband-Technologie, denn beim Management von Fahrzeugflotten ist vor allem die möglichst exakte Lokalisierung wichtig. „Das System wird sehr schnell in der Lage sein, auch Fahrwege zu optimieren und dadurch z.B. den nächst gelegenen Stapler für den Fahrauftrag oder den günstigsten Platz für dezentrale Batterieladestationen zu identifizieren“, so Lewandowski.

Der Kauf von Comnovo ist ein weiterer Schritt in der Sicherheitsoffensive des Aschaffenburger Unternehmens. Geleitet von der Vision „Zero Accidents – Null Unfälle“ produziert Linde MH seit Jahrzehnten systematisch Innovationen für den sicheren, aber zugleich leistungsstarken Warenumschlag und Materialfluss. Ein eigens etablierter Bereich nutzt dafür nicht nur das Know-how des eigenen Vertriebs- und Servicenetzwerks in mehr als 100 Ländern, sondern auch strategische Partnerschaften mit Querdenkern aus Forschung und Beratung.

Comnovo-Vertriebschef Ron Winkler unterstreicht die ausgezeichneten Perspektiven, die sich für das Dortmunder Unternehmen durch die Partnerschaft ergeben: „Für beide Seiten ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten der Produktentwicklung und der Marktdurchdringung.“

Andreas Krinninger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling: „Als Partner unserer Kunden für Materialflusslösungen beschäftigen wir uns sehr intensiv mit der Frage, wie wir die passive und aktive Sicherheit beim Betrieb von Flurförderzeugen verbessern können. Mit Comnovo haben wir einen dynamisch-kreativen Partner mit einem innovativen Technologieportfolio gefunden. Zusammen werden wir die Linde Produktpalette für Assistenzsysteme ausbauen und für unsere Kunden systematisch weiterentwickeln.“

Quelle: Linde Material Handling, Aschaffenburg

Veröffentlicht von

Holger Seybold

Holger Seybold ist Redakteur für Intralogistik und Sonderprojekte. Er ist technikbegeistert und bekennender Digitalist.

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