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Der Nesensche Lutherpokal – eine Zeitreise mit DB Schenker

Der Nesensche Lutherpokal – eine Zeitreise mit DB Schenker

Foto: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlung Dresden, Jürgen Karpinski

Mit dem Geschäftsbereich Kunstlogistik ist DB Schenker kompetenter Partner von Museen oder Organisatoren von Ausstellungen. So auch in einem aktuellen Projekt, das im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation steht.

Nesenscher Lutherpokal, Nürnberg vor 1560
Grünes Gewölbe

Ob Martin Luther jemals mit seinen Lippen diesen Trinkbecher berührte, ist ungewiss. Sicher aber ist, dass er das prächtige Gefäß seinem Freund Wilhelm Nesen schenkte. Der Humanist und Pädagoge Nesen traf den Reformator im Jahre 1521 in Frankfurt am Main und besuchte ihn anschließend in Wittenberg. Dort überreichte Luther ihm den Kristallbecher – solche Pokale stammten aus aufgelösten Klosterschätzen und galten vor allem als Wertanlage.

Nesen brachte den Becher nach Zittau. Bruder Konrad, Bürgermeister von Zittau, ließ den Becher prächtig versilbern. 260 Jahre blieb das Prachtstück in der Familie, bis die letzte Erbin den Pokal der Dresdener Kunstkammer vermachte – und damit sind wir fast bei DB Schenker.

Denn 224 Jahre später – in Deutschland wird der 500. Jahrestag der Reformation gefeiert – soll der Becher wieder zurück nach Zittau. Als Leihgabe natürlich nur. Das Grüne Gewölbe stellt ihn den Städtischen Museen Zittau für die Ausstellung „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“ zur Verfügung. Und weil die staatlichen Restauratoren sich um das kostbare Stück sorgen, verlangen sie, dass ein Kunstlogistiker den Transport des Pokals und anderer Kunstschätze übernimmt. Und damit sind wir tatsächlich bei DB Schenker.

Spezielle Behälter für den Transport

„Wir haben im Juli den Pokal mit anderen Leihgaben nach Zittau transportiert“, erzählt Stephan Diesend, der bei der Schenker Deutschland AG in der Geschäftsstelle Dresden, Messen/Spezialverkehre, die Kunstlogistik steuert. „Der Pokal wurde dafür in einem besonderen Behälter bewegt, den wir für solche Fälle vorhalten. Das Ver- und Auspacken allerdings übernahmen die Restauratoren selber – eine Ausnahme in diesem besonderen Fall.“

Mehrere Dutzend Leihgaben haben Diesend und seine Mitarbeiter nach Zittau gebracht, z. B. historische Gewichte, Holzschnitte, Gemälde, Kollektenkästen, kleine Skulpturen und Schriftwaren aus dem Görlitzer Kulturhistorischen Museum – sie alle zeigen den Besuchern bis Anfang des kommenden Jahres, wie die Zittauer die Reformation erlebten und die damalige Welt sahen.

Eines allerdings zeigen die Exponate nicht: Was für ein Aufwand hinter dem Transport steckt. Denn vor allem die Sicherheit der kostbaren Ausstellungsstücke ist für die Leihgeber ein Grund, warum sie Transporte nur besonders erfahrenen Logistikern anvertrauen.

„Wir haben ein exzellentes Sicherheitskonzept“, so Diesend. „Wichtigstes Prinzip ist Diskretion. Nicht mal im Familienkreise sprechen wir über anstehende Transporte.“

Auch die Fahrzeuge sind völlig unauffällig, verfügen aber über ein Ortungssystem und eine Alarmanlage. Außerdem sind immer zwei Fahrer an Bord, um bei notwendigen Zwischenstopps oder im Pannenfall agieren zu können und die wertvolle Fracht nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Bei besonderen Transporten fahren Restauratoren oder Kunsthistoriker aus den Museen mit, um bei einem Problem zur Seite stehen zu können. Und wenn Juwelen oder besonders wertvolle Sachen transportiert werden, gibt es möglicherweise zivile Sicherheitseskorten. Beim Umzug des Grünen Gewölbes innerhalb Dresdens aus dem Albertinum in das Residenzschloss, den Schenker Deutschland vor zwölf Jahren durchführte, fuhren sogar bewaffnete Polizisten mit.

Damit kann sich der Logistikdienstleister auf einem hart umkämpften Markt gut positionieren. Kunstlogistik à la DB Schenker ist Teil der Messe- und Spezialverkehre. Sechs Standorte in Deutschland sind in dem Bereich aktiv, in Dresden sind drei Mitarbeiter im Büro und acht gewerbliche Mitarbeiter für den Transport von Kostbarkeiten zuständig. Diesend selbst ist seit dem Jahr 1999 dabei. „Bei großen Aufträgen arbeiten wir natürlich alle zusammen. Aber was unsere Kunden schätzen, ist die lokale Präsenz. So können wir schnell reagieren und auch kleine Aufträge zuverlässig und sorgfältig durchführen.“

Autor: Axel Novak ist freier Fachjournalist, Berlin

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Veröffentlicht von

Redaktion F+H

Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern auch die Logistikbranche disruptiv – damit stehen Logistikunternehmen vor einer zukunftsbestimmenden Herausforderung. Die f+h bietet ihren Lesern den notwendigen Überblick, Durchblick und Weitblick, diese neuen Anforderungen erfolgreich umzusetzen. Systemorientiertes Denken und vernetztes Handeln entlang der Wertschöpfungskette sind die Erfolgsfaktoren der Zukunft: Die Redaktion f+h stellt bei der Präsentation von Produkten den Kontext zum jeweils übergeordneten System her und bewertet den Effizienzbeitrag für die jeweilige Supply Chain.

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