Das neue Zentrallager der Verbundgruppe Nordwest Handel AG in Alsfeld bündelt moderne Automatisierungstechnik und nachhaltige Prozesse. Damit steigt die logistische Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Die Verbundgruppe Nordwest Handel AG betreibt seit mehr als 100 Jahren Logistik für Händler und Hersteller im Bereich Stahl, Bau, Handwerk, Industrie und Haustechnik. Neben dem Standort in Gießen entsteht in Alsfeld bis zum Jahr 2026 ein Zentrallager mit einer Fläche von 68.000 m². Mit der Investition erweitert Nordwest die Kapazitäten des europäischen Netzwerks und schafft Raum für individuelle Logistikdienstleistungen.
Fachgroßhändler und Hersteller können im Neubau zusätzliche Kapazitäten nutzen und ihre Logistikprozesse zentralisiert abwickeln. Die hohe Warenverfügbarkeit und schnelle Auslieferung sollen die Wettbewerbsposition der Partner stärken. Auch Nachhaltigkeit wird als wichtiger Faktor berücksichtigt.
Fakten zum neuen Zentrallager
– Hallenfläche: 68.000 m²
– Hallenhöhe: 12 m
– Hallenhöhe AKL: 20 m
– AKL-Stellplätze: 170.000
– Paletten-Stellplätze inkl. Gefahrstofflager und -handling: 50.000 Europaletten
– Fachbodenanlage und Blockflächen für Value-Added-Services (VAS) / Kleinartikel / Sperrgüter
– Warenausgang: Bis zu 11.000 Kartons und 1.000 Paletten pro Tag
– Zertifizierung gemäß Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Multi-User-Warehouse für Partner
Das neue Zentrallager erlaubt eine flexible Nutzung durch mehrere Partner und bindet diese direkt in die europaweite Distribution ein. Lieferungen finden dabei mit individuellem Lieferschein bis zum Endkunden statt.
Die Prozesse sind individuell konfigurierbar. Sie reichen von der automatisierten Kleinteileabwicklung über den Umgang mit sperrigen Gütern bis hin zum Gefahrstoffhandling. Value-Added-Services wie die Bestückung von Werkstattwagen, Setbildungen oder spezielle Verpackungen ergänzen das Angebot.
Automatisierung und Technik
Ein wichtiges Element der Intralogistik ist die automatisierte Verpackungsanlage CVP Everest von Sparck Technologies, die bis zu 1.200 maßgeschneiderte Pakete pro Stunde fertigt. Ergänzt wird die Anlage durch eine Automatisierungslösung von Knapp mit automatischem Kleinteilelager, autonomen mobilen Robotern sowie maßgeschneiderten Arbeitsplätzen im Wareneingang, der Kommissionierung und im Verpackungsbereich.
Diese Technologie soll Effizienz und Flexibilität erhöhen. Gleichzeitig entstehen Vorteile in der Zusammenarbeit mit Nordwest, etwa bei der variablen Gestaltung der Fixkosten oder der professionellen Abwicklung der Endkundenlogistik.
Baustatus und Zeitplan
Der Bau startete im August 2024. Erste Hallenflächen sollen im September 2025 übergeben werden; anschließend beginnt der Einbau der Automatisierungstechnik. Die manuelle Abwicklung startet voraussichtlich im März 2026. Der Vollbetrieb des automatischen Kleinteilelagers ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Das neue Zentrallager soll als wichtiger Baustein die Zukunftsfähigkeit des Verbundunternehmens sichern. Partner erhalten Zugang zu skalierbaren, kosteneffizienten und digitalisierten Prozessen sowie zu höherer Warenverfügbarkeit und Produktvielfalt.
Text/Fotos: Winfried Bauer / Nordwest






